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Ludwigsluster Tageblatt

17. Dezember 2017 | 16:56 Uhr

Ludwigslust : Schweden ein Stück näher

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Marie Eckert wollte unbedingt nach Mecklenburg ziehen und fand neben einem Gehöft in Dadow auch ein Haus in Ludwigslust

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2015 | 20:30 Uhr

Es war Liebe auf den ersten Blick. Als Marie Eckert zum ersten Mal vor dem Haus in der Ludwigsluster Lindenstraße stand, war es sofort um sie geschehen. Der Erker, die Fensterverzierungen, die Fassade aus Putz und Ziegelmauerwerk und vor allem das kleine Türmchen über dem Eingang. „Es stand so süß, so verträumt da, dass ich mich sofort in das Haus verliebt habe“, gesteht die Schwedin, die ein Faible für Altes hat. „So ein altes Gebäude hat nicht nur eine Geschichte, sondern auch eine Seele.“ Kurze Zeit später waren sie und ihr Mann die neuen Eigentümer der Immobilie. Damals lebten sie noch in der Nähe von Mönchengladbach. Doch es war bereits klar, dass sie sich über kurz oder lang in Westmecklenburg niederlassen wollen.

„Wir wollten unbedingt nach Mecklenburg-Vorpommern, weil die Mentalität der Menschen hier der schwedischen Mentalität sehr ähnelt“, erzählt Marie Eckert. „Ich fühle mich hier einfach zu Hause.“ Und praktisch sei die Nähe zu ihrer Heimat auch. „Wir haben jetzt viel häufiger Besuch aus Schweden.“ Für ihren Mann als passioniertem Segler sei zudem die Nähe zur Ostsee perfekt.

Die Suche nach einem geeigneten Hof mit ein bisschen Land, auf dem auch die Pferde der Familie Platz finden, war nicht ganz einfach. Bereits vor sieben Jahren hatten die beiden angefangen zu suchen, doch erst vor zweieinhalb Jahren wurden sie fündig – in Dadow im Amt Grabow. „Als wir den großen Bauernhof sahen, wussten wir gleich, dass es das ist“, so Marie Eckert. „Gleich hierherzuziehen, war damals schon mutig, weil wir unsere Firma und das Haus am Niederrhein noch nicht verkauft hatten.“ Inzwischen sei das erledigt, und in Dadow fühlen sich Marie Eckert und ihr Mann wohl. „Wir sind sehr gut aufgenommen worden und haben viele neue Freunde gefunden.“

Das Haus in Ludwigslust hatte die Schwedin, die sich für Geschichte interessiert, viel schneller gefunden. Geschichtsträchtig ist es wahrlich. „Das Haus ist 1880 vom Besitzer der Konditorei Bartels erbaut worden, die herzoglicher Hoflieferant war“, erzählt sie. Konditorei, Café, Bäckerei und zum Schluss ein Schnellimbiss – bislang wurde ein Teil des Untergeschosses immer genutzt, um für das leibliche Wohl von Ludwigslustern und Gästen zu sorgen. Für die Zukunft könnte sich die Eigentümern für den rund 90 Quadratmeter großen Gewerberaum allerdings auch eine andere Nutzung vorstellen, etwa einen Vintage-Shop (für Mode im Retro-Look) oder ein Geschäft für Kunsthandwerk. Da denkt Marie Eckert an ein Geschäft im schwedischen Göteborg, in dem sich mehrere Kunsthandwerker und Künstler zusammengetan haben. „Da hat man immer ein Geschenk gefunden.“ Doch die Schwedin ist auch offen für andere Ideen, für außergewöhnliche. Um herauszufinden, was die Ludwigsluster wollen, hat sie sogar schon den Kontakt zum städtischen Wirtschaftsförderer gesucht. Von Ludwigslust ist sie nach wie vor fasziniert. „Es gibt keine Stadt wie diese“, sagt Marie Eckert mit Blick auf deren Entstehung am Reißbrett.

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