Ludwigslust : Schulsozialarbeit: „Regelungen nicht neu“

 Immer mehr Kinder zeigen in den Schulen auffälliges Verhalten – ein Arbeitsfeld für Schulsozialarbeiter.
Immer mehr Kinder zeigen in den Schulen auffälliges Verhalten – ein Arbeitsfeld für Schulsozialarbeiter.

Arbeiterwohlfahrt zieht sich aus Schulsozialarbeit zurück. Das Sozialministerium überrascht die Entscheidung.

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24. September 2015, 08:00 Uhr

Die Regelungen für die Vergabe der Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) an die freien Träger für Schulsozialarbeit sind nicht neu. Wie das Sozialministerium aus Schwerin informiert, gelten sie bereits seit dem Jahr 2011. „Der Landkreis und die Träger hatten also drei Jahre Zeit, diese Regelungen einzuführen und tariflich zu verankern“, sagt Christian Moeller, Pressesprecher des Ministeriums für Arbeit, Gleichstellung und Soziales. Ab 2014 allerdings gelten sie nun endgültig als verbindlich. Das war der Hauptgrund für die Arbeiterwohlfahrt, sich aus der Schulsozialarbeit zurückzuziehen (SVZ berichtete). Denn würde die Arbeiterwohlfahrt die vom Land geforderten 80 Prozent im Vergleich zum öffentlichen Tarif des Landes an ihre Schulsozialarbeiter zahlen, wären laut Kreisgeschäftsführerin Dr. Caroline Bockmeyer die nach eigenem Verbandstarif bezahlten Sozialarbeiter schlechter gestellt.

Für das Sozialministerium kam der Rückzieher der Awo überraschend. Moeller: „Seit 2011 haben wir jährlich Kontrollen gemacht und die Kreise auf diejenigen Träger aufmerksam gemacht, die die Lohnuntergrenze von 80 Prozent nicht einhalten.“ Nach drei Jahren Einführung in diese Lohnuntergrenze sei nicht zu erwarten gewesen, dass die Awo im Landkreis Ludwigslust-Parchim aussteigt. Zumal der Landesverband der Awo das Sozialministerium ausdrücklich unterstützte, solche Lohnuntergrenze einzuführen.

Der Landkreis sei in der Pflicht, Schulsozialarbeit umzusetzen, heißt es im Ministerium. Ludwigslust-Parchim trägt nach dem SGB VIII die Gesamtverantwortung – auch für die Schulsozialarbeit.

Der erste Beigeordnete des Landrats Wolfgang Schmülling hatte gegenüber SVZ bereits angekündigt, alles dafür zu tun, bis Jahresende neue Träger für die ehemaligen Awo-Standorte in der Schulsozialarbeit zu finden.

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