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Ludwigslust : Schulsozialarbeit gerettet: Stadt wird neuer Träger

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Nach einem Jahr Suche stellt Reuter-Schule Sozialarbeiterin ein - Kommune finanziert unbefristete Stelle mit

von
erstellt am 25.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Die Tür mit dem gelben Smiley im zweiten Stock ist wieder geöffnet. Seit Anfang des Jahres hat hier Corinna Böckmann aus Eldena ihren Arbeitsplatz. Die 32-Jährige ist die neue Schulsozialarbeiterin in der Fritz-Reuter-Schule. Fast ein Jahr lang haben Schule und der bisherige Trägerverein Jugendhilfe e.V. erfolglos nach einer Fachkraft gesucht. „Wir hatten kaum Interessenten“, sagt Schulleiterin Cornelia Schubring, die auch im Internet auf der Schul-Homepage für eine zügige Neubesetzung der Stelle geworben hatte. Einmal sei es fast zur Einstellung gekommen. Doch dann war der Interessent abgesprungen, weil man sich finanziell nicht einigen konnte.

Dabei hätte die Stelle schon nach den Winterferien im vergangenen Jahr längst wieder besetzt sein müssen, sagt Bürgermeister Reinhard Mach. Für ihn sei Sozialarbeit heute aus den Schulen nicht mehr wegzudenken. „Die Probleme, die die Kinder mit in die Schule bringen, sind so massiv, dass Lehrer allein sie nicht mehr in den Griff bekommen“, sagt er. In einer Schwerpunktschule für Integration von Migranten, wie es die Fritz-Reuter-Schule ist, mache Schulsozialarbeit erst recht Sinn, so der Bürgermeister. Deshalb habe man sich letztlich auch entschieden, die Trägerschaft selbst zu übernehmen und den Schulsozialarbeiter unbefristet und nach öffentlichem Tarif anzustellen. Für Schulleiterin Cornelia Schubring ein Glücksfall. „Das kann man nicht genug loben“, sagt sie. „Wir sind froh, dass die Stadt hier Verantwortung zeigt.“

Ludwigslust ist die erste Kommune im Altkreis Ludwigslust, die die Trägerschaft für Schulsozialarbeit übernommen hat. Im Altkreis Parchim dagegen sei das nichts Ungewöhnliches, sagt Dagmar Weiss vom Fachdienst Jugend der Kreisverwaltung. Ämter wie Eldenburg-Lübz, Crivitz oder Goldberg hätten schon seit ganz vielen Jahren die Verantwortung für die Schulsozialarbeit.

54 Schulsozialarbeiter arbeiten gegenwärtig im Landkreis Ludwigslust-Parchim an den Schulen. Zurzeit sei nur eine Stelle unbesetzt, und auch für diese bald eine Lösung in Sicht.

Finanziert wird die Schulsozialarbeit voraussichtlich bis Ende 2020 mit Fördermitteln aus dem Europäischen Sozialfonds, mit Geld vom Landkreis und vom Träger. Ludwigslusts Stadtvertreter haben für die 35-Stunden-Stelle in der Reuter-Schule 14  000 Euro im aktuellen Haushalt bewilligt. „Gute Voraussetzung, um wieder höchstmögliche Kontinuität in die Arbeit zu bringen“, sagt Beate Müller, Fachbereichsleiterin Bildung und Soziales in Ludwigslust.

Corinna Böckmann freut sich auf die neue Aufgabe. Die studierte Sozialarbeiterin hat bisher mit Erwachsenen bei der Anker Sozialarbeit in Schwerin gearbeitet. „Die Arbeit mit Kindern ist schwungvoller, lebhafter und direkter“, sagt sie. Ihre Tür stehe immer offen. Auch ganz früh, wenn die Kinder schon vor der ersten Schulstunde Probleme loswerden wollen. Nach nur drei Wochen hätten die Schüler Vertrauen gefasst. „Der Andrang ist groß“, sagt sie. „Wir müssen schon Termine vergeben.“

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