Ludwigslust : Schulschwimmen im Freibad?

Unbeschwertes Schwimmen, wie hier im Grabower Waldbad, sollte für Drittklässler nach dem Schulschwimm-Unterricht kein Problem sein.
Unbeschwertes Schwimmen, wie hier im Grabower Waldbad, sollte für Drittklässler nach dem Schulschwimm-Unterricht kein Problem sein.

Nach Ludwigslusts Rückzug aus Dreescher Schwimmhalle sollen Drittklässler jetzt in Grabow lernen. Gestern war der Rettungslehrgang für Lehrer.

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29. August 2015, 07:00 Uhr

Kurz vor den Ferien hatten Ludwigsluster Eltern von der Fritz-Reuter-Schule noch einen Brief erhalten mit Informationen zum Schwimmunterricht der dritten Klassen in Schwerin. „Der ist ja nun hinfällig“, sagt Schulleiterin Cornelia Schubring. Aus der Zeitung mussten viele in den Ferien erfahren, dass die Stadt Ludwigslust ihre Schüler wegen der Gebührenerhöhung der Schweriner Schwimmhalle nicht mehr auf den Dreesch schickt. Bürgermeister Reinhard Mach begründete das mit der enormen Kostensteigerung auf 250 Prozent.

So bekommen die Eltern der Fritz-Reuter-Schule nun an diesem Montag einen neuen Brief. Darin informiert die Schulleitung über den künftigen Schwimmunterricht im Waldbad Grabow.

Bürgermeister Reinhard Mach hält sich gegenüber SVZ zu diesem Thema noch zurück: „Wir werden uns dazu erst einmal mit Eltern und Lehrern zusammensetzen“, sagte er gestern. Noch sei ja etwas Zeit. „Hals über Kopf wird das hier nicht entschieden.“ Sicher ist, dass die Schüler nicht wie gewohnt gleich im September mit dem Schwimmunterricht beginnen. In der Fritz-Reuter-Schule geht man bereits fest davon aus, dass die Drittklässler im nächsten Sommer zehn Tage am Stück im Waldbad unterrichtet werden. Schulleiterin Cornelia Schubring hält das für eine machbare Alternative. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit. „Wenn wir Pech haben, ist es kalt und es regnet. Dann haben unsere Schüler leider nicht viel davon.“

Die Edith-Stein-Schule aus Ludwigslust nutzt das Angebot in Grabow seit Jahren. Mit guten Erfahrungen, wie Schulleiterin Marion Löning sagt. „Unterricht am Stück bringt sehr viel“, sagt sie. „Die meisten unserer Kinder haben nach einer Woche in Grabow sogar ihre Schwimmstufen in Bronze und Silber erreicht.“ Früher wurden die Stein-Schüler wöchentlich für zwei Stunden im kleinen Lehrschwimmbecken der Grabower Rohr-Schule unterrichtet. „Das war uneffektiv und hat am Ende viel weniger gebracht“, sagt Marion Löning.

Fünf Schulen aus der Region, darunter auch die Ludwigsluster Förderschule und die Grundschule aus Eldena, hatten im zurückliegenden Schuljahr ihren Schwimmunterricht im Waldbad. „Für das neue Schuljahr haben sich drei weitere Schulen angemeldet“, sagt Schwimmmeister Detlef Hohl. „Platz und Zeiten haben wir genug“, sagt er. „Es muss nur gut koordiniert werden.“ Wichtig sei, dass auch die Lehrer die Befähigung für den Schwimmunterricht haben. Denn nicht jede Schwimmstunde könne von Grabower Rettungsschwimmern abgesichert werden. Erst gestern hätten sich im Waldbad überraschend viele Pädagogen aus der Region, darunter auch ein Sportlehrer einer Ludwigsluster Grundschule, die erforderliche Rettungsfähigkeit in einer Prüfung bestätigen lassen, erzählt Detlef Hohl.

In Schwerin bedauert man die überraschende Absage der Ludwigsluster in den Ferien. „Unsere Schwimmhalle kann so kurzfristig auch nicht mehr umplanen“, sagt Stadtsprecherin Michaela Christen. „Dadurch entstehen nun leider Leerzeiten. Und wir würden uns deshalb freuen, wenn wir Schulen zurückgewinnen könnten.“ Ob noch andere Schulen wegen der Gebührenerhöhung vom Unterrichtsangebot in der Halle auf dem Dreesch Abstand genommen haben, war gestern in der Schweriner Stadtverwaltung nicht bekannt. Für Ludwigslust kommt ein Schritt zurück nicht in Frage. Nach SVZ-Information spart die Stadt mit dem Wechsel nach Grabow jährlich etwa 6000 Euro. Für die Dreescher Schwimmhalle müsste Ludwigslust statt bisher 3000 Euro mehr als 8000 Euro bezahlen. Angesichts der ohnehin schon knappen Kassen sei das für Bürgermeister Reinhard Mach schlichtweg „unmöglich.“

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