Grabow : Schulsanitäter starten durch

Gestern startete unter Leitung von  DRK-Ausbilderin Claudia Zischau (r.) offiziell der Schulsanitätsdienst.
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Gestern startete unter Leitung von DRK-Ausbilderin Claudia Zischau (r.) offiziell der Schulsanitätsdienst.

Acht junge Leute der Regionalen Schule „Friedrich Rohr“ in Grabow erhielten gestern ihre Ausweise / Montags alle 14 Tage treffen sie sich

svz.de von
03. Dezember 2013, 07:00 Uhr

Die jungen Leute in der Regionalen Schule „Friedrich Rohr“ in Grabow haben sich in ihren Westen und mit der Sanitätstasche zum Foto auf der Treppe im Schulflur aufgestellt. Der offizielle Teil ist vorbei, die Ausweise sind ausgegeben. Damit ist nun der Startschuss für den Schulsanitätsdienst erfolgt. Das freut ganz besonders Claudia Zischau, Sport- und Biologielehrerin, Leiterin der AG „Junge Sanitäter“ an der Schule und Ausbilderin beim DRK-Kreisverband Ludwigslust. „Unsere AG ,Junge Sanitäter’ besteht schon seit gut zehn Jahren an unserer Schule. Es gab schon mehrere Anläufe, einen Schulsanitätsdienst zu gründen, aber Umzug der Schule, fehlende Räumlichkeiten und Möglichkeiten ließen das Projekt jedes mal im Sande verlaufen“, sagte Claudia Zischau. „Nun haben die älteren AG-Teilnehmer ab der 7. Klasse mit mir zusammen und mit Unterstützung des DRK, das Westen und Tasche gesponsert hat, den Schulsanitätsdienst ins Leben gerufen.“


Ab Januar gibt es einen offiziellen Dienstplan


Die acht Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 bis 10 werden schon lange bei Schwierigkeiten, Unfällen und ähnlichem gerufen und helfen, wo sie können. Also inoffiziell sind die Jungen Sanitäter an der Rohr-Schule schon Schulsanitäter. Ab Januar gibt es dann einen offiziellen Dienstplan mit Abstimmung mit der Schulleitung und Schulsekretärin Elke Kenzler. „Vor allen Dingen Frau Kenzler möchten wir in ihrer Arbeit entlasten, da sie sich häufig um die verletzten Schüler kümmert“, nennt Claudia Zischau einen wichtigen Grund, jetzt endlich die Schulsanitätsarbeit im Rahmen des Projekts „Schule und DRK MV“ zum Laufen zu bringen.

„Wir treffen uns alle 14 Tage zu einem AG-Nachmittag, jeweils montags gibt es einen Probedurchlauf zu wichtigen Themen der Sanitätsarbeit, da werden auch Fragen beantwortet zu Abläufen, die noch nicht so recht klar sind“, umreißt die AG-Leiterin das Tätigkeitsfeld der jungen Sanitäter. Und dass die jungen Leute mit großem Eifer und Einsatz dabei sind, haben die letzten zehn Jahre gezeigt. Claudia Zischau, die auch am Gymnasium Ludwigslust eine AG leitet, hat seitdem mit großem Engagement die jungen Sanitäter an der Rohr-Schule betreut. „Zwei Schülerinnen, Julia und Sarah Schleiff, haben inzwischen auch ihre Gruppenleiterausbildung absolviert und unterstützen mich in meiner AG-Tätigkeit an der Schule sehr.“ Für Andreas Skuthan, Ehrenamtskoordinator beim DRK-Kreisverband, ist die Schulsanitätsarbeit eine sehr wichtige und vor allem anspruchsvolle Sache. „Die Jugendlichen bekommen hier in Sachen DRK-Ausbildung schon eine ganze Menge mit und dem einen oder anderen hilft das vielleicht auch bei der beruflichen Orientierung im späteren Leben“, bringt es Andreas Skuthan auf den Punkt. Dem kann Claudia Zischau nur zupflichten. „Eine ehemalige Schülerin von mir ist jetzt als Rettungssanitäterin tätig, eine andere hat Krankenschwester gelernt, ein Schüler hat eine Ausbildung zum Krankenpfleger und ein weiterer zum Altenpfleger absolviert“, zählt Caudia Zischau Beispiele einer erfolgreicher Berufsorientierung im medizinischen Bereich auf.

Mit dem Schulsanitätsdienst wird die bestehende Erste-Hilfe-Versorgung an der Schule durch ausgebildete Jugendliche wirksam ergänzt. Unterstützung erhält die AG „Junge Sanitäter“, aus denen dann der Schulsanitätsdienst hervorgeht, von Ulrike Meyer. Sie ist Schulkoordinatorin beim DRK-Kreisverband. „Ich helfe den Jugendlichen, wenn es darum geht, sich etwas Neues anzueignen, orientiere die Jugendlichen auf bestimmte Themen oder organisiere Projekttage.“

Für Claudia Zischau ist die Schulsanitätsarbeit eine sinnvolle ehrenamtliche Tätigkeit zur Förderung von Jugendlichen, mit dem Ziel, Selbstbestimmung und Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Und das vor dem Hintergrund, dass allein in Deutschland eine Million Schulunfälle passieren und da natürlich auch schnelle Hilfe gefragt ist.

Schulsanitäter leisten Erste Hilfe bei Unfällen an der Schule, bei sportlichen und anderen Schulveranstaltungen. „Sie haben einen Dienstplan, immer zwei Sanitäter sind eingeteilt, zudem steht einer als Ersatz zur Verfügung. Alle Mitglieder der Gruppe haben eine fundierte Ausbildung in Erster Hilfe absolviert, das Erlernte wird mit vielen Fallbeispielen geübt und immer wieder gefestigt“, so DRK-Ausbilderin Claudia Zischau. Und die natürlich auch besonders stolz auf das erfolgreiche Abschneiden ihrer Schützlinge bei der Teilnahme am Kreisausscheid sowie am Landes- und Bundeswettbewerb der jungen Sanitäter ist. „Besonders gefreut habe ich mich über den 2. Platz der AG Junge Sanitäter des Gymnasiums Ludwigslust bei der Landesmeisterschaft im September dieses Jahres.“


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