Landkreis Ludwigslust-Parchim : Schulen: Noch nichts entschieden

Rainer Pekram, Fachdienstleiter Bildung, zeigte den Ausschussmitgliedern das Schulnetz im Landkreis.
Rainer Pekram, Fachdienstleiter Bildung, zeigte den Ausschussmitgliedern das Schulnetz im Landkreis.

Bildungsausschuss des Kreistages pocht auf eigene Entscheidungen zu Schulentwicklungsplan und Schuleinzugsbereichen

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11. März 2015, 12:00 Uhr

Dass alle Schulen im Landkreis Ludwigslust-Parchim erhalten bleiben, ist für Stefan Sternberg (noch) nicht ganz sicher. „Wenn unser Ausschuss zu anderen Entschlüssen kommt, kann es auch sein, dass noch Schulen schließen müssen“, sagte der Vorsitzende des kreislichen Bildungsausschusses auf dessen Sitzung am Montagabend, als es um die Schulentwicklungsplanung für die kommenden fünf Jahre ging. „Und das letzte Wort hat der Kreistag.“ Damit machte Sternberg klar, wer Herr des Verfahrens ist, und erteilte voreiligen Jubelausbrüchen einen Dämpfer.

Fakt ist jedoch: Der von der Verwaltung vorgelegte Entwurf des Schulentwicklungsplans sieht alle Schulen vorerst gesichert. Allerdings läuft noch die Anhörung von Schulträgern, Gemeinden, Kreisschülerrat usw.. Und da zeichnen sich bereits Streitpunkte, vor allem in Bezug auf die Schuleinzugsbereiche, ab. So lernen zum Beispiel die Grundschüler aus Fahrbinde (Ortsteil der Gemeinde Rastow) derzeit nicht in Rastow, sondern in Wöbbelin (siehe Bericht unten). Dabei steht im Schulgesetz MV eindeutig, dass der „Einzugsbereich einer Schule… grundsätzlich das Gebiet des Schulträgers“ sei. Ludwigslust würde ebenfalls gern die Glaisiner Regionalschüler in die Lindenstadt holen und schlägt zudem vor, den Einzugsbereich der Grundschule im Ortsteil Kummer so zu erweitern, dass das gesamte Stadtgebiet mit allen Ortsteilen dazugehört. Die Glaisiner Kinder würden dann aber in Eldena fehlen.

„Es wird Stellungnahmen geben, mit denen wir uns intensiv auseinandersetzen müssen“, sagte Stefan Sternberg. Aber das soll erst auf der Sitzung am 27. April geschehen. Beschlüsse zu den Schuleinzugsbereichen könnten Folgen für die Bestandssicherheit von Schulstandorten haben. Weil das ein „heftiges“ Thema sei, habe er seiner SPD-Fraktion empfohlen, sich dazu zu einer Sondersitzung zu treffen, so Sternberg.

Doch selbst wenn der Schulentwicklungsplan so beschlossen wird, dass vorerst keine Schule schließen muss, sei das nicht mehr als eine Verschnaufpause, so Sternberg. Ein Viertel aller Schulen habe im jetzt vorliegenden Entwurf nur gesichert werden können, weil Abweichungen von den Mindestschülerzahlen möglich sind, wenn bei Schließung einer Schule unzumutbar lange Schulwegzeiten entstehen – also mehr als 40 Minuten für Grundschüler, mehr als 60 Minuten für Regionalschüler. Das bestätigte Guido Wiese von der Kreisverwaltung, um dann noch weiter zu gehen: „Ab 2020 werden wir die jetzige Schullandschaft definitiv nicht mehr aufrechterhalten können. Denn dann bekommen die wenigen in der Nachwendezeit geborenen Mädchen ihre Kinder.“ Mit dieser Problematik will sich der Ausschuss nach Aussage Sternbergs nicht erst in fünf Jahren beschäftigen, sondern frühzeitig.

Angesprochen wurde auch die gesetzlich verbriefte freie Schulwahl ab Klasse 5, die für die eine oder andere Regionalschule zunehmend zum Problem wird, weil Schüler in Größenordnungen zu anderen als der örtlich zuständigen Schule fahren. Ob das auch so wäre, wenn der Landkreis die Fahrtkosten nicht übernehmen würde, ist spekulativ. Aber im Ausschuss wurde schon einmal laut darüber nachgedacht, ob man diese freiwillige Leistung des Kreises nicht „anpassen“ sollte, um gefährdete Schulen zu sichern. Wirklich angeschoben wurde die Debatte aber nicht. 

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