Ludwigslust : Schule nach den Zeiten des Krieges

Jedes Kind ist im DAZ-Kurs auf einem anderen Lernstand. Es geht nur mit individueller Betreuung, sagen Lehrerin Antje Korinth (3. v. r.) und die angehende Referendarin Nicole Hermann (r.).
Jedes Kind ist im DAZ-Kurs auf einem anderen Lernstand. Es geht nur mit individueller Betreuung, sagen Lehrerin Antje Korinth (3. v. r.) und die angehende Referendarin Nicole Hermann (r.).

Die Kurse „Deutsch als Zweitsprache“ vermitteln Flüchtlingskindern mehr als nur das lateinische ABC und die deutsche Sprache

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26. November 2015, 18:14 Uhr

Der neunjährige Tarek* kommt heute morgen zu spät. Er hat tiefe Augenringe. „Tarek ist mit seinem 20-jährigen Bruder hierher aus Syrien geflohen“, erklärt Antje Korinth, die Lehrerin für den Kurs „Deutsch als Zweitsprache“ (DAZ) an der Reuter-Schule. Dem Bruder wurde gestern das Handy geklaut und so hatte er heute morgen keinen Wecker. „Der Bruder ist intelligent, er hat in Syrien Zahnmedizin studiert. Aber letztens hat er mir erzählt, dass ihn die Situation mit Tarek überfordert. Tarek will am Nachmittag gar nicht mehr das Handy aus der Hand geben, wenn er mit seiner Mutter in Syrien telefoniert. Er weint viel. Sie haben Angst, dass er in eine Pflegefamilie muss.“

Auch für Antje Korinth, eigentlich Lehrerin für Deutsch und Englisch am Goethe-Gymnasium, ist die Situation im DAZ-Kurs eine Herausforderung. „Wir müssen ja in den zwei Stunden zu Schulbeginn hier viel mehr leisten, als nur das Alphabet und die Sprache zu lehren“, erzählt sie.

Mehr dazu in der Print- und E-Paper-Ausgabe der SVZ am Freitag.

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