ludwigslust : Schule mal etwas anders

Keiner ließ es sich nehmen, auf das Leiterfahrzeug zu klettern. Fotos: andreas münchow
1 von 3
Keiner ließ es sich nehmen, auf das Leiterfahrzeug zu klettern. Fotos: andreas münchow

Mädchen und Jungen aus der DaZ-Klasse der Lenné-Schule besuchten Freiwillige Feuerwehr Ludwigslust

von
10. Mai 2017, 21:00 Uhr

„Der ist aber schwer“, staunt Hasina und meint den Feuerwehrhelm, den sie probehalber aufgesetzt hat. Hasina ist zehn Jahre jung, stammt aus dem Iran und besucht die DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) der Ludwigsluster Lenné-Schule. Am gestrigen Mittwoch besuchten einige Mädchen und Jungen aus der Klasse die Freiwillige Feuerwehr in Ludwigslust.

„Wo ist das Wasser“, fragte der 14-jährige Zyad Gerätewart Siegmar Westphal, der die Schüler zuvor begrüßt hatte. Den jungen Syrer interessierte besonders das Löschfahrzeug mit dem Wassertank. Siegmar Westphal stellte die Technik des Fahrzeugs dann später auch vor.

Zuvor aber erfuhren die Kinder und Jugendlichen, die aus verschiedenen Ländern stammen, etwas über die Struktur der Wehr. Unter anderem auch, dass zur Ludwigsluster Feuerwehr auch Wehren aus vier Ortsteilen gehören. „Kennt ihr die Notrufnummer der Feuerwehr“, fragte Siegmar Westphal. „112“, riefen gleich mehrere Schüler.

In Neugier und Wissensdurst unterscheiden sich die Schüler nicht von ihren deutschen Altersgefährten. So wollte jeder, Junge wie Mädchen, einmal das Atemschutzgerät auf den Rücken geschnallt bekommen. Sogar die zierliche Joudi (11) aus Syrien ließ sich dieses Erlebnis nicht nehmen, obwohl sie sichtlich Probleme hatte, mit dem schweren Gerät auf dem Rücken auf den Beinen zu bleiben. Der 14-jährige Mohammed aus Afghanistan probierte dann auch mal, wie es ist, durch das Mundstück des Geräts zu atmen.

Die Schüler, die unterschiedlich lange bei uns leben und so über entsprechende Deutschkenntnisse verfügen, konnten auch schon einige Fragen von Siegmar Westphal beantworten. Zum Beispiel, welches denn bei einer Alarmierung der Feuerwehr die fünf „W-Fragen“ sind. „Wo brennt es?“ sagte zum Beispiel Zyad. Klassenlehrerin Evelin Mertens sieht gleich mehrere positive Aspekte solcher Ausflüge. „Einmal kann das bereits der Berufsorientierung dienen. Und dann lernen die Schüler natürlich unseren Ort besser kennen und sehen, welche Freizeitmöglichkeiten es gibt, zum Beispiel auch, wenn wir im Zebef sind.“

Die Schüler lernen in der Schule viele Stunden am Tag unsere Sprache, nehmen auch am regulären Unterricht teil und leben oftmals im Heim. „Da ist es wichtig, dass sie auch mal raus kommen“, sagt Evelin Mertens.

Zum Schluss des Besuchs gab es dann noch zwei Höhepunkte: Desmond aus Ghana wollte wissen, wie denn ein Feuerlöscher funktioniert. Siegmar Westphal führte dann einen Pulverlöscher in Aktion vor. Und schließlich durften alle noch auf das Leiterfahrzeug klettern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen