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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 23:27 Uhr

Grabow : Schule ist mehr als Unterricht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Beim Tag der offenen Tür an der Friedrich-Rohr-Regionalschule wurde experimentiert, musiziert, getanzt und informiert

von
erstellt am 18.Jan.2015 | 15:15 Uhr

Was Otto von Guericke konnte, können die Schüler der Regionalschule „Friedrich Rohr“ schon lange. Beim Tag der offenen Tür präsentierten sie am Sonnabend im Physikraum jenes Experiment, mit dem der deutsche Physiker Mitte des 17. Jahrhunderts die Wirkung des Luftdrucks demonstrieren wollte. So wie der Erfinder seinerzeit steckte Vanessa zwei Halbkugelschalen so zusammen, dass sie eine Kugel bilden, und saugte aus dem Inneren anschließend die Luft ab. Dann der Test: Obwohl von zwei Seiten mit (fast) aller Kraft an den Kugelhälften gezogen wurde, ließen sie sich nicht mehr trennen. Fragende und auch ein paar wissende Blicke rundherum. Was hat die Kugeln so unzertrennlich gemacht?

Vanessa und Lizanne waren – gemeinsam mit anderen Schülern – am Sonnabend gern in ihre Schule gekommen, um den Besuchern verschiedenste Experimente vorzuführen. Mit einem solarbetriebenen Mini-Ventilator, einem Motormodell und verschiedenen Stromkreisen. „Ich mag Physik gern, weil ich gern experimentiere“, erklärt die Sechstklässlerin Lizanne. Und Vanessa aus der siebten Klasse ergänzt: „Ich mag alle Fächer mit Frau Saase.“

Auch in den anderen Fachräumen konnten sich die Gäste, darunter viele künftige Fünftklässler mit ihren Eltern und ehemalige Rohr-Schüler, umschauen. Außerdem präsentierten sich die Schulsanitäter, die Line-Dancer und viele andere mehr. „Wir wollen zeigen, dass Schule nicht nur Unterricht ist“, erklärte Schulleiterin Jutta Bloßfeld.

Rund 235 Mädchen und Jungen werden an der Friedrich-Rohr-Schule derzeit von 19 Lehrern unterrichtet. „Wir beginnen sehr früh mit der Berufsorientierung“, nennt Jutta Bloßfeld eine Besonderheit des Schulprofils. „Schon in der siebten Klasse machen die Kinder eine Potenzialanalyse.“ Dabei arbeite die Schule mit dem Jessenitzer Aus- und Weiterbildungsverein (JAW) zusammen, in dessen Bildungsstätte die Siebtklässler eine Woche lang verschiedene Berufsfelder ausprobieren können. In diesem Jahr findet das Orientierungsangebot erstmals als Übernachtungscamp statt. Nach dem Praktikum in Klasse 8 folgt in Klasse 9 ein weiteres spezielles Angebot. „Wir gehörten zu den ersten Schulen, die den Praxislerntag eingeführt haben“, sagte die Schulleiterin. „Das bedeutet, dass die Schüler jeden Mittwoch in einem Betrieb verbringen. Nach einem Halbjahr können sie wechseln oder bleiben, wenn es ihnen besonders gefällt.“ Auf diese Art und Weise sei schon der eine oder andere Ausbildungsvertrag zustandegekommen, so Jutta Bloßfeld. In der zehnten Klasse folgt ein weiteres Praktikum.

Suchtpräventionsprojekte ab Klasse 5, die Babybedenkzeit und die AG „Junge Reporter“ sind neben der AG Schulsanitätsdienst und den Line-Dancern weitere Angebote der Schule außerhalb des Unterrichts. Viele davon laufen über die Schulsozialarbeiterin Sabine Wendt. „Es ist sehr, sehr wichtig, dass wir sie haben“, betonte Jutta Bloßfeld. „Sie steht den Kindern bei Problemen in der Schule oder in der Familie immer zur Verfügung.“

Die physikbegeisterten Mädchen konnten das Kugel-Rätsel natürlich lösen. „Durch das Absaugen der Luft ist der Luftdruck außen größer als innen“, erklärte Vanessa. „Dadurch werden die Hälften zusammengedrückt.“ Und Lizanne führte es vor: Sie öffnete ein Ventil, so dass Luft in die Kugel strömen konnte. Und schon ließ sie sich kinderleicht wieder in zwei Teile zerlegen. 

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