zur Navigation springen

Ludwigslust-Parchim : Schulbus-Zuschlag nicht in Gefahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fahrschüler, die eine frei gewählte Schule besuchen, können aufatmen: Kürzungsvorschläge sind vom Tisch

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Ein Vorstoß der Kreisverwaltung hatte Ende 2015 für Unruhe gesorgt. Die Zuschüsse für Busfahrten zu frei gewählten Schulen standen auf dem Prüfstand. Die Kosten liefen aus dem Ruder, hieß es. Nach Diskussionen in mehreren Ausschüssen steht fest: Eltern können auch weiterhin mit bis zu 750 Euro pro Jahr und Kind rechnen.

30 Vertreter von Schulen und Vereinen, aber auch Eltern und Kommunalpolitiker diskutierten das Thema jetzt auch auf Einladung der Evangelischen Schulstiftung der Nordkirche und der Berno-Stiftung. Die im Oktober 2014 vom Kreistag beschlossene Schülerbeförderungssatzung macht es möglich, dass Jungen und Mädchen, die nicht auf die für sie örtlich zuständige Schule gehen, Unterstützung für die Fahrtkosten zu ihrem Lernort erhalten. Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Leistung, von der aktuell etwas mehr als 800 Schüler profitieren. „Im Zuge der Haushaltsplanung kommen alle Posten des Etats auf den Prüfstand. Das ist mit Blick auf eine Konsolidierung der kreislichen Finanzen absolut richtig“, sagt Kreistagsmitglied Christian Brade (SPD). Allerdings führen diese Debatten immer wieder auch zur Verunsicherung. Deshalb plädiert Brade für eine dauerhafte Lösung.

Auch Wolfgang Waldmüller, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag, setzt sich für den Erhalt des Schülerverkehrs für alle ein. „Alles bleibt, wie es ist. Wir als CDU wollen diese Leistung komplett aufrechterhalten. Der Kreis kann es sich leisten.“ Waldmüller appelliert aber auch an Eltern, die freie Schulwahl nicht allzu willkürlich zu handhaben: „Schulstandorte dürfen nicht gefährdet werden.“ Deshalb werde die Situation weiter beobachtet.

Anders als ursprünglich erwartet sind die Kosten für die zusätzlichen Leistungen bei der Schülerbeförderung nicht dramatisch gestiegen. Durchschnittlich etwa 225 Euro legt der Landkreis pro Jahr und Schüler drauf, wenn eine andere staatliche Schule oder eine Bildungseinrichtung in freier Trägerschaft besucht wird. „Es gibt viele Gründe, warum Mütter und Väter sich für eine bestimmte Schule entscheiden. Das kann eine Regelschule sein, aber auch eine in freier Trägerschaft. Hier geht es nicht um teure Privatschulen, wie oft angenommen wird, sondern um konzeptionell andere Ansätze, die jedem Kind eine optimale Entwicklung ermöglichen sollen“, sagt Kai Gusek, Vorstand der Schulstiftung der Nordkirche.

„Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die freie Schulwahl gesetzlich verankert. Das begrüße ich sehr, damit tatsächlich jeder Schüler den für ihn besten Weg gehen kann. Das allerdings darf nicht abhängig sein vom Geldbeutel der Eltern“, sagt Christian Brade. Das Schulgeld an Einrichtungen in freier Trägerschaft betrage durchschnittlich 60 Euro monatlich und orientiere sich am Einkommen der Eltern. Soziale Staffelungen seien durchaus üblich. Brade: „Wer aber noch einen dreistelligen Betrag für eine Fahrkarte drauflegen soll, entscheidet sich vielleicht anders.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen