Grabow : Schützenswerte Wacholdergebiete

Auslegungsfrist für Verordnungsentwurf im Amt Grabow endet/ Aber noch bis zum 1. Mai sind Einwendungen an Naturschutzbehörde möglich

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18. April 2015, 07:00 Uhr

Welche Landschaftsbestandteile bleiben geschützt, welche nicht und finden damit in der Rechtsverordnung keine Berücksichtigung mehr? Interessierte Einwohner aus dem Amt Grabow wollten es genau wissen und begaben sich ins Grabower Rathaus, um dort im Bürgerbüro die Unterlagen des Verordnungsentwurfs für ihre Region einzusehen. Ihre Gedanken und Anmerkungen über das Rechtsetzungsverfahren zur „Verordnung über die Erklärung zum geschützten Landschaftsbestandteil im Landkreis Ludwigslust-Parchim“ (GLB-VO) haben sie auch in einem Leserbrief an unsere Redaktion zum Ausdruck gebracht. Ganz konkret wurden von ihnen die Gemeinden Balow, Brunow, Grabow, Möllenbeck und Prislich angesprochen.

Die betroffenen Gemeinden des Amtes Grabow sind laut Info aus dem Fachdienst Natur- und Umweltschutz des Landkreises mit Schreiben vom 12. März 2015 direkt beteiligt worden. Die Festsetzungen von geschützten Landschaftsbestandteilen im Amt Grabow beziehen sich auf Hecken um Brunow, auf Baumgruppen und Waldteiche in Grabow, auf das Wacholdergebiet Bäckerlakenberg und das Wacholdergebiet Hechts-forth-Schleuse in Grabow sowie auf den Baumbestand Lindenberg in Möllenbeck.

Die Aufhebungen im Amt Grabow betreffen in Balow eine Eichen-Birken-Allee östlich des Gutshofes, eine Eichen-Allee südlich des Gutshofes und eine Birken-Allee westlich des Gutshofes. In Brunow betrifft das 18 strahlenförmig angeordnete Hecken rund um das Dorf. In Möllenbeck ist von den Aufhebungen eine Eichengruppe westlich am Wege von Menzendorf und der Baumbestand des Lindenberges betroffen. In Prislich steht die Eichenallee von Werle nach Hühnerland vor der Aufhebung. Zu den Flächen, die in der Stadt Grabow als geschützte Landschaftsteile aufgehoben werden sollen, zählen die Eldeinsel beim Wasserbauamt, die Baumgruppe im Bereich alter Lehmgruben am Wege nach der Ziegelei, etwa 600 Meter südwestlich der Ziegelei und der Kuhschellen-Hügel sowie das Wacholdergebiet an der Elde östlich der Hechtsforthschleuse.

Die Aufhebungen betreffen die Festlegungen zu geschützten Landschaftsbestandteilen des Reichsnaturschutzgesetzes von 1938 bzw. Festlegungen des Landeskulturgesetzes aus DDR-Zeiten. Diese „alten“ gesetzlichen Festsetzungen werden mit dem vorliegenden GLB-Entwurf in den meisten Fällen lediglich in neues geltendes Recht überführt, sind also aus verfahrensrechtlichen Gründen erforderlich.

Im Leserbrief wurde auch angesprochen, dass der Schlosspark seinen Schutzstatus verlieren solle. Bei den Recherchen stellte die Fachbehörde fest, dass der Schlosspark Ludwigslust damals 1938 auch als GLB ausgewiesen wurde. Später wurde der Schlosspark dann zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.

Das ist er nach Informationen des Fachdienstes heute selbstverständlich auch noch mit der gültigen Verordnung von 2000. Die Erklärung zum GLB aus 1938 wurde jedoch nie aufgehoben. Die Aufhebung des GLB erfolgt wiederum aus verfahrensrechtlichen Gründen und dient lediglich der Klärung der gesetzlichen Überregulierung. „Gerne nehmen wir auch Hinweise zu Neufestsetzungen entgegen und prüfen die Möglichkeit für eine Aufnahme in das Verzeichnis der GLB-Verordnung“, so Fachdienstleiter Jochen Krippenstapel. „Das Rechtsetzungsverfahren ist noch in der Beteiligungsphase und gern können sich die Bürger selbstverständlich im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung noch bis zum 1. Mai direkt an die untere Naturschutzbehörde wenden, um ihre Bedenken, Anregungen und Hinweise vorzubringen und sofort offene Fragen und Themen zu klären“, ergänzt der Fachdienstleister. Sollten trotz der umfangreichen Ausführungen noch Fragen oder Bedarf bestehen, könnte auch ein Termin mit Gemeindevertretungen vereinbart werden.




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