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Klein Laasch : Schülerin kämpft für Wartehäuschen

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Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bushäuschen 2016 nach Unfall abgerissen. Schülerin wandte sich an CDU-Landtagsabgeordnete. Neustadt-Glewe und das Forstamt Grabow nun vor der Vereinbarung zu einem Neubau

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erstellt am 15.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Eine Bushaltestelle, dahinter Kiefern und weit und breit keine Möglichkeit, sich unterzustellen. Denn das Buswartehäuschen im Neustadt-Glewer Ortsteil Klein Laasch fiel vor rund einem Jahr einem Verkehrsunfall zum Opfer, musste wegen Einsturzgefahr abgerissen werden.

Seitdem stehen Schüler und andere Fahrgäste, die auf den Bus warten, hier im wahrsten Sinnes des Wortes im Regen. Deshalb wandte sich jetzt ein Mädchen aus Klein Laasch mit einer Petition an die CDU-Landtagsabgeordnete Maika Friemann-Jennert. Darin bittet Merle Estell um Unterstützung. Sie habe sich bereits im letzten Jahr an die Stadt Neustadt-Glewe gewandt, jedoch keine Antwort bekommen. Jetzt aber kommt offenbar Bewegung in den Fall. Maika Friemann-Jennert wandte sich Ende Januar nach Merle Estells Hilferuf ihrerseits an die Stadtverwaltung. In einer Pressemitteilung der Landtagsabgeordneten heißt es dazu unter anderem, das Telefongespräch mit Bürgermeisterin Doreen Radelow habe ergeben, dass die Schülerin sich bereits im November an die Stadt gewandt habe. In besagter Presseerklärung über das Telefongespräch mit der Bürgermeisterin von Ende Januar 2017 heißt es unter anderem: „...Außerdem wisse man nicht, wem die Fläche gehöre und der Grunderwerb sei kompliziert, so Radelow, man sei jedoch an einer Lösung interessiert.“ Dieser Darstellung widersprach gestern Bürgermeisterin Doreen Radelow (SPD) insofern, als die Stadt unmittelbar nach dem Unfall davon ausgegangen war, das beschädigte Wartehäuschen stehe auf städtischem Grund. Recherchen hätten dann aber ergeben, dass besagtes Wartehaus auf Grund und Boden des Forstamtes Grabow steht. „Weil das beschädigte Wartehäuschen Einsturz gefährdet war, haben wir es 2016 in Abstimmung mit dem Forstamt abgerissen“, sagte Doreen Radelow gestern auf SVZ-Anfrage.

Bleibt die Frage, warum das Häuschen nicht längst wieder aufgebaut wurde. Doreen Radelow: „Wir haben uns um die Problematik schon seit längerem gekümmert, auch mit dem Forstamt gesprochen. Das Problem ist nämlich, dass die Stadt nicht auf fremdem Grund und Boden ein Buswartehäuschen bauen darf. Deshalb haben wir zwischendurch auch Möglichkeiten geprüft, die Bushaltestelle in Klein Laasch so zu verlegen, dass auf städtischem Grund ein Wartehäuschen gebaut werden kann. Eine solche Möglichkeit gibt es leider nicht.“

Am gestrigen Mittwoch habe es nun „positive Signale“ vom Forstamt Grabow gegeben, dass man ein Buswartehäuschen auf der alten Fläche bauen könne, eine Vereinbarung dazu vorbereitet werde.

Forstamtsleiter Holger Voß bestätigt: „Wir stellen uns dem Anliegen nicht entgegen. Es hat immer eine Bushaltestelle in Klein Laasch mit Wartehäuschen gegeben, und das soll von unserer Seite auch künftig so sein. Wir werden eine entsprechende Vereinbarung mit der Stadt vorbereiten.“

Auch der Landkreis bestätigte am gestrigen Mittwoch, dass das Problem schon länger bekannt ist. Hans Georg Zwang, Fachdienstleiter Straßen- und Tiefbau im Landkreis: „Auch wenn sich die Haltestelle an der Kreisstraße 38 befindet, ist der Landkreis nicht für ein Buswartehäuschen zuständig. Neustadt-Glewe muss das Problem mit dem Grundstückseigentümer klären. Darüber haben wir die Stadt in einem Schreiben im März vergangenen Jahres informiert.“

Bürgermeisterin Doreen Radelow: „Jetzt kann ich dem Mädchen aus Klein Laasch eine positive Antwort geben.“

Bleibt eigentlich nur die Frage, warum erst nach dem öffentlichen Hilferuf einer Schülerin entscheidende Bewegung in den Fall gekommen ist.

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