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Ludwigslust : Schüler tritt Lehrerin krankenhausreif

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Konfliktgespräch eskalierte / 57-Jährige muss über Nacht in der Klinik bleiben

svz.de von
erstellt am 20.Jun.2014 | 20:16 Uhr

Schwerer Zwischenfall am Goethe-Gymnasium Ludwigslust: Ein Gespräch zur Streitschlichtung ist am Freitagvormittag eskaliert. Ein 14 Jahre alter Schüler trat einer Lehrerin vor der versammelten Klasse ins Gesicht. Hintergrund der Auseinandersetzung soll ein Freistellungsantrag gewesen sein, der nicht formgerecht eingereicht und von der Lehrerin mehrfach nachgefordert worden war. Über den unmittelbaren Auslöser der Tat gibt es widerstreitende Schilderungen.

In der Darstellung der Polizei hieß es: „Die Lehrerin ging daraufhin zu Boden“ und sei vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Der Junge habe wohl im Affekt einmal zugetreten, berichtete Polizeisprecherin Manuela Kunze. Seine Tat habe der Schüler, der zuvor nicht auffällig gewesen sei, sofort bereut.

Bei dem Gespräch sollen zwei Streitschlichter und eine andere Lehrerin anwesend gewesen sein. „Es ging alles so schnell. Plötzlich lag sie auf dem Boden“, berichtete eine Mitschülerin. Während sich die Lehrerin um ihre Kollegin kümmerte, hätte ein Mädchen per Handy den Krankenwagen, ein anderes die Polizei gerufen. „Viele Schülerinnen brachen in Tränen aus, zitterten. Wir waren völlig fertig“, so die Mitschülerin weiter. Der Schulleiter äußerte sich am Freitag nicht zu dem Vorfall.

Umfeldrecherchen unserer Zeitung ergaben, dass die 57-jährige Lehrerin nach einem Schädel-Hirn-Trauma die Nacht im Krankenhaus in Ludwigslust habe zur Beobachtung verbringen müssen.

Im Gegensatz zu den Angaben der Polizei hieß es an der Schule, die Frau sei zumindest kurzzeitig bewusstlos gewesen. Mit dem Schüler habe es schon in anderen Situationen Auseinandersetzungen gegeben, so ein Zeuge. Andere Schüler bestätigten das jedoch nicht. Die Polizei vernahm den Jungen aus der neunten Klasse in der Dienststelle in Ludwigslust. Seine Eltern waren dabei anwesend, hieß es.

Nach Angaben des Bildungsministeriums wurden auch vier Zeugen befragt. Ein Sprecher bestätigte Freitagnachmittag den dramatischen Vorfall und betonte: „Die schulpsychologische Betreuung in der Klasse ist sichergestellt. Die Schulpsychologen sind gebeten, sich mit den Ermittlungsbehörden abzustimmen.“

Gewaltsame Zwischenfälle kommen an Schulen immer wieder vor. Eine Häufung sei ihr in Mecklenburg-Vorpommern aber nicht zu Ohren gekommen, sagte die Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Annett Lindner. Wichtig sei, den Zwischenfall gründlich aufzuarbeiten. „Man sollte das auch in der Klasse auswerten“, sagte Lindner.

 

 

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