balow : Schüler lernen, sich zu verteidigen

Zudem wurden das richtige Fallen in der Turnhalle geübt...
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Zudem wurden das richtige Fallen in der Turnhalle geübt...

In der Grundschule Balow stand Selbstbehauptung auf dem Stundenplan / Kampfsporttrainer zeigt Techniken, sich vor Angriffen zu schützen

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31. März 2015, 07:00 Uhr

„Es gibt böse Menschen in der Welt“, sagt Angelo Rachow, Kampfsporttrainer und erster Vorsitzender des Judo Vereins „KSG Samurei“ Malliß e.V., und schaut in die Gesichter der Erst- und Drittklässler der Grundschule Balow. „Ich zeige euch jetzt, wie ihr handeln könnt, wenn euch jemand schlagen würde“, sagt er und sucht sich einen Grundschüler aus, der mit ihm die Situation vorspielen möchte: Zuerst stellen beide das linke Bein voran, der Oberkörper wird somit leicht gebeugt und die linke Hand wird in die Luft gehoben, so als ob zum Schlag ausgeholt werden würde. Anschließend soll der Schüler versuchen, den Judo-Lehrer mit seiner flachen Hand am Kopf zu treffen. Dieser weicht jedoch dem Angreifer blitzschnell aus, indem er mit seinem Kopf unter der Hand „wegtaucht“. „Ihr müsst die Situation erkennen und dann könnt ihr so darauf reagieren“, sagt Angelo Rachow, der seit 35 Jahren Kampfsportler ist und schon seit mittlerweile 15 Jahren Selbstverteidigungskurse unter anderem in Kindergärten und Schulen gibt.

„Kinder sind oft sehr gutgläubig“, sagt die Leiterin der Grundschule Balow, Martina Martens. Aus diesem Grund sollen die Kinder früh lernen, wie sie sich zur Wehr setzen können, wenn ihnen jemand schaden will. „Da dürfen sie dann auch frech sein“, sagt Martens. So werde jeder Klasse in Zusammenarbeit mit der Polizei in einer Schulstunde zuerst einmal die Theorie vermittelt. Dabei lernen die Kinder, welche Gefahren lauern können, wenn sie mit Fremden mitgehen würden. Anschließend werden ihnen Techniken beigebracht, um sich in Gefahrensituation zu verteidigen. So werden den Kindern weitere Möglichkeiten gezeigt, um Schlägen und Tritten auszuweichen sowie richtig auf den Boden zu fallen. Dabei werden sie nacheinander auf die vor ihnen liegende Matratze geschubst. Das Ziel: Sie sollen lernen, sich in dieser Situation abzurollen, um sich nicht zu verletzen. Aber auch das Fallen auf dem Rücken wird geübt. Ohne sich mit den Händen abzustützen, lassen sich die Kinder nach anfänglichem Zögern rückwärts auf die Matratze fallen. Dann ist die Schulstunde auch schon wieder vorbei.

Doch einen Rat gibt der Kampfsporttrainer den Schülern noch mit auf den Weg: Er fragt abschließend, ob jemand weiß, was ein Igel macht, wenn er angefasst wird: „Der rollt sich zusammen“, sagt ein Schüler. „Richtig. Und wenn sich euch ein böser Mann nähert, dann denkt an den Igel und rollt euch zusammen bzw. taucht weg, so wie wir es gelernt haben. Wenn er euch aber festhält, dann dürft ihr ihn auch hauen.“

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