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Ludwigsluster Tageblatt

13. Dezember 2017 | 12:27 Uhr

Ludwigslust : Schüler lassen die Puppen tanzen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Künftige Fünftklässler schauen sich bei Tag der offenen Tür in Lenné-Schule um / Zwei Drittel wechseln nach Orientierungsstufe aufs Gymnasium

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2014 | 19:03 Uhr

Tim klemmt das Kabel an ein grünes Schaumstoffstück. Es fließt kein Strom. Natürlich nicht. „Schaumstoff leitet den Strom nicht“, erklärt der Sechstklässler. Dann wiederholt er das Experiment mit einem Metallplättchen. Jetzt ist zu sehen, dass Strom fließt. Lisa schaut interessiert zu, um dann aber gleich zum nächsten Experiment zu gehen. Am Nebentisch hängt sie kleine Gewichte an eine Federwaage und lässt sich von ihrer Mutter das Prinzip eines Flaschenzugs erklären. „In diesem Raum gefällt es mir am besten“, sagt die Neunjährige. Mutter Mandy Reimann wundert sich nicht wirklich über das Interesse ihrer Tochter an der Physik. „Wenn Mama und Papa Maschinenbauingenieure sind...“ Lisa war am Sonnabend mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester zum Tag der offenen Tür in die Regionalschule „Peter Joseph Lenné“ gekommen, um sich in den Unterrichtsräumen umzuschauen. Ab August will sie dort die fünfte Klasse besuchen.

Luna, Maria, Josi, Valerie und Sarah lernen bereits in der fünften Klasse. Sie hatten am Sonnabend ihren großen Auftritt. Auf der Puppenbühne zeigten sie das Stück „Spion auf Mission“. „Das Stück haben wir uns im Deutschunterricht ausgedacht, und in Kunst haben wir die Puppen gebastelt“, erklärt Maria. „Der Kopf ist aus Gips, und aus Stoffen haben wir die Sachen gemacht“, ergänzt Josi. Geprobt wurde in Vertretungsstunden und in den Hofpausen. „Ein bisschen aufgeregt war ich vor der Aufführung schon“, gibt Josi zu. Doch alles hat geklappt. Und so gab es viel Beifall vom Publikum.

Auch das Stück der zweiten Gruppe von Puppenkünstlern stammt aus Schülerfeder. „Ich habe ,Sprotzies zuckersüßer Albtraum' zu Hause geschrieben“, erzählt Nova, die im Forderunterricht Deutsch zurzeit sogar an einem eigenen Buch arbeitet. Gemeinsam mit Nele, Theresa, Pia und Ronny bringt sie das Stück auf die Puppenbühne.

In den 16 Klassen der Lenné-Schule lernen derzeit rund 350 Mädchen und Jungen. „Etwa 90 von ihnen kommen nicht aus Ludwigslust“, erklärt Schulleiterin Jutta Schulz. Seit ein paar Jahren können Eltern ab der fünften Klasse unabhängig von den Schuleinzugsbereichen frei wählen, welche Einrichtung ihr Kind besuchen soll. So geht die Schulleiterin davon aus, auch für das nächste Schuljahr wieder vier fünfte Klassen zu bilden.

Viele der neuen Schüler werden die Lenné-Schule aber schon nach zwei Jahren, nach dem Ende der Orientierungsstufe, wieder verlassen. „Rund zwei Drittel der Mädchen und Jungen wechseln nach der sechsten Klasse auf das Gymnasium“, erklärt Jutta Schulz. „Wir ermutigen sie und ihre Eltern auch zu diesem Schritt.“ Die meisten Lenné-Schüler bewältigen die Umstellung auch gut. „Ganz wenige kommen zu uns zurück. In diesem Jahr sind es nur zwei Siebtklässler“, so die Schulleiterin.

In der Töpferwerkstatt im Erdgeschoss der Schule sind einige Mädchen und Jungen dabei, Türschilder zu gestalten. „Vati, der Holzwurm“ steht auf Theresas Tonschild. „Sieht das gut aus“, fragt die Elfjährige Nele, die neben ihr sitzt. Theresa besucht die fünfte Klasse. Kunst gehört neben Werken und Sport zu ihren Lieblingsfächern. Auf dem Nachbartisch stehen witzige Stiftebecher. „Das ist unsere Maus PeJoLe“, erklärt Kunstlehrerin Alfreda Nadolny. „Schüler der Wahlpflichtkurse, hauptsächlich Achtklässler, fertigen die Stiftehalter an, die die neuen Fünftklässler am ersten Schultag immer als Begrüßungsgeschenk bekommen.“ Darauf können sich die Mädchen und Jungen, die am Sonnabend ein erstes Mal in ihre künftige Schule hineinschnuppern konnten, also schon einmal freuen.

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