zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

16. August 2017 | 15:20 Uhr

Sagenhaftes : Schüler helfen dem Weidenschrat

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Banzkower Fünftklässler bauen an der Gaartzer Brücke eine überdimensionale Reuse

Beim Aufbau des Walderlebnispfades „Sagenhafte Lewitz“ geht es in den Schlussspurt. Zwischen Banzkow und Friedrichsmoor soll an 16 Stationen an märchenhafte Überlieferungen und konkrete Begebenheiten erinnert werden. Die Kulturgeschichte der Region wird dabei verknüpft mit Informationen zu Landschaft, Forst und Naturkunde. „Die meisten Stationen sind schon fertig“, freut sich Matthias Ebeling vom Ingenieurbüro Natur und Bildung, das bei der Umsetzung dieses Projektes der Landesforst den Hut auf hat. „Wir werden auch pünktlich fertig – zum Holzfest des Forstamtes Friedrichsmoor, das am 7. September gefeiert wird.“

An der Station 13 ist aber noch eine Menge zu tun. An der Stör, direkt neben der Gaartzer Brücke, steht zwar bereits seit vorigem Sommer eine Holzfigur, die den Weidenschrat zeigt. Doch das ist längst nicht alles. Die zu dieser Figur gehörende Sage soll sicht- und erlebbar werden. Deshalb packen die 17 Schüler aus der Banzkower Klasse 5a kräftig an. 200 Weidenruten liegen bereit. Diese müssen beschnitten, das Stammende jeweils 40 Zentimeter tief an vorgegebenen Punkten in den Boden gebracht und alle Zweige verflochten werden. Die Kinder sollen raten, was sie da bauen: ein Tipi, ein Labyrinth, einen Laubengang, einen Weidendom? Keine dieser Antworten stimmt. „Das soll eine Reuse werden, eine begehbare Reuse“, erläutert Ebeling. Nicht jeder der Fünftklässler weiß sofort etwas mit dem Begriff Reuse anzufangen. Doch als die Sage vom Weidenschrat nacherzählt wird, ist alles klar: Das ist ein Gerät zum Fischefangen.

Doch der Reihe nach: Die Geschichte beginnt mit einem Korbflechter, der in den feuchten Wäldern an der Stör Weidenruten schneidet. Dabei trifft er auf ein kleines Männchen, dem das nicht unbedingt gefällt. Das ist der Weidenschrat. Der Korbflechter erklärt, dass er die Weiden für seine Arbeit braucht und kommt so mit dem Weidenschrat ins Gespräch. Dieser wiederum würde gern auch mal einen Fisch aus der Stör fangen und essen. Nur fehlt dem Männlein dafür das notwendige Gerät. Deshalb fertigt der Korbflechter prompt drei Reusen an und wird vom Weidenschrat reich belohnt.

Diese Sage ist für Matthias Ebeling eine der schönsten Geschichten am Walderlebnispfad. Und da jetzt noch fleißige Kinder helfen, diese sichtbar zu machen, ist Station 13 für den Fachmann eine ganz besondere innerhalb des Gesamtprojektes. Und mehr noch: Die jetzigen Fünftklässler sind nicht das erste Mal bei dem Projekt dabei. Schon im Vorjahr, noch als Viertklässler an der Grundschule Plate, waren sie beim Schnitzen und Sägen von Holzfiguren für den Erlebnispfad dabei. Und jetzt bauen sie nicht nur die überdimensionale Reuse an der Stör: Damit die Weidenruten auch ausgrünen, muss der Boden feucht gehalten werden. Das wollen die Banzkower Schüler organisieren.

Hinzu kommen an dieser Stelle noch ein Fischerboot und zwei Holzbänke, die aus Eichenstämmen geformt werden. Dazu holen sich die Förster professionelle Hilfe vom Badower Bildhauer Nando Kallweit.

Insgesamt wird seit vorigem Sommer am Walderlebnispfad gebaut. Die Herrichtung der 16 Stationen, der verbindende Weg inklusive einer neuen Brücke für Fußgänger und Radfahrer über den Breiten Graben bei Friedrichsmoor kosten rund 280 000 Euro, wobei der größte Teil aus EU-Fördertöpfen und von der Bingo-Umweltlotterie kommt.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen