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Ludwigsluster Tageblatt

24. Oktober 2017 | 00:42 Uhr

Grabow : Schönheitskur für Reuter-Haus

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Mittelschiff und Saalfenster des Mehrgenerationentreffs erhielten neuen Farbanstrich: Skulpturen auf Dach erstrahlen in neuem Glanz

von
erstellt am 27.Jul.2016 | 20:30 Uhr

Stefan Sternberg steht in luftiger Höhe auf einem Baugerüst und nimmt die Arbeiten an der Fassade des Fritz-Reuter-Hauses in Augenschein. Der Grabower Bürgermeister begutachtet den neuen Farbanstrich an den drei Figuren am Mittelschiff des im Jahre 1870 gebauten Hauses im Kießerdamm. Seit gut vier Wochen waren hier Mitarbeiter der Malerfirma Uwe Wohlfart am Werk und haben die Fassade verschönert. „Im Zuge der Sanierung des Hauses im Jahr 2007/08 wurde auch die Besonderheit der Figuren hervorgehoben. Da ist der Löwe, der seine Tatze auf das Stadtwappen legt und den Herzog symbolisieren soll, der Grabow das Stadtrecht verlieh, und die beiden griechischen Musen, die die Naturwissenschaften verkörpern“, so Stefan Sternberg. „Alle drei Skulpturen wurden gereinigt und haben einen neuen Farbanstrich bekommen. Zudem wurden Instandhaltungsmaßnahmen am Mittelschiff ausgeführt, historische Saalfenster aus Holz- und Eisenelementen sind gestrichen worden.“

Und der Bürgermeister erinnert an die Anfänge der Restaurierung dieses geschichtsträchtigen Hauses, das ab 1870 als Realgymnasium genutzt wurde, dann zu einer Realschule mit wahlfreiem Latein wurde, 1945 für ein paar Wochen als ungarisches Lazarett diente. Von 1945 bis 1991 wurden dort in der Fritz-Reuter-Oberschule Schüler in den Klassenstufen 1 bis 10 unterrichtet. 1991 bis 2002 war das Haus dann „Realschule Fritz Reuter“ für die Klassen 5 bis 10 und wurde dann 2002 bis 2005 als Regionale Schule „Fritz Reuter“ Haus II der „Schule am Hufenweg“. Vor zehn Jahren wurde das Reuter-Haus als Schule geschlossen, ein Jahr lang stand es leer. Bibliothek und Jugendhaus sind dann in dieses Haus eingezogen, da befand sich das Gebäude 2006 noch in unsaniertem Zustand. „Das Haus war total defekt, die Hauptfassade zu 70 Prozent zerstört. Ein Jahr dauerte die im Jahr 2006 begonnene Instandsetzung. Auch die Uhr auf dem Reuter-Haus wurde erneuert, Uhrenkasten und Technik restauriert. Dabei wurde heraus gefunden, dass es auch ein Schlagwerk gab, das ging ins Dach hoch. Die Glocke war zugeteert und das kleine Glockenhäuschen war verrostet.“ Stefan Sternberg, damals Mitglied in der Stadtvertretung, fand Unterstützung bei Sieghard Bauers aus Krenzlin, einem Hobby-Metallbauer, mit dem er dann das alte Glockenhaus abgebaut hatte. Geld für eine Glocke hatte die Stadt Grabow damals nicht, also fragte Stefan Sternberg bei Dr. Hartmut Prosch nach, ob seine Firma helfen könne. „Es gab die Idee, eine Sauerstoffflasche abzuschneiden, und in der Halle wurden dann mehrere Klangproben vorgenommen“, erinnerte sich Stefan Sternberg. Die Ersatzglocke konnte dann nach gleichzeitiger Überarbeitung des Uhrwerks und des Schlagwerks im Oktober 2007 in Betrieb genommen werden. „Zur Sitzung der Stadtvertretung, die im Reuter-Haus stattfand, hat die Glocke dann um 18 Uhr zum ersten Mal wieder sechs Mal geschlagen - als symbolischer Akt, dass das Reuter-Haus wieder lebt“, so Bürgermeister Sternberg. Aus dieser Vorbereitung heraus wurde dann 2007 ein Leader-Projekt gestartet. „Nach einer aufwendigen Sanierung konnte das Fritz-Reuter-Haus am 20. Dezember 2008 in seiner heutigen Pracht wiedereröffnet werden“, so Stefan Sternberg.

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