Neustadt-Glewe : Schnelles Internet – nicht für alle

Glasfaserkabel übertragen das Hochgeschwindigkeitsinternet.
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Glasfaserkabel übertragen das Hochgeschwindigkeitsinternet.

Breitbandausbau in Neustadt-Glewe, Grabow und Ludwigslust nicht in Gewerbegebieten und nicht bis in den „allerletzten Ort“

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03. März 2016, 16:55 Uhr

Die Enttäuschung ist groß: Neustadt-Glewe ist beim Ausbau des Internets in die Nebenspur geraten – unverschuldet. Wie Bürgermeisterin Doreen Radelow auf der Sitzung des Amtsausschusses in dieser Woche informierte, gibt es eine Ausbauabsichtserklärung der Telekom. Allerdings: Vom geplanten Breitbandausbau sind offenbar die Ortsteile ausgenommen, und auch das Gewerbegebiet an der A 24 soll nicht von den Ausbauplänen betroffen sein.

„Damit wären unsere Ortsteile Hohewisch, Tuckhude, Kronskamp, Friedrichsmoor Neuhof, Hohes Feld und Klein Laasch weiße Flecken“, sagt eine enttäuschte Bürgermeisterin. Besonders betroffen sei man auch von der Aussage der Telekom, das Gewerbegebiet an der Autobahn vom Ausbau auszunehmen. Doreen Radelow: „Das Gewerbegebiet ist als Wirtschaftsstandort für Neustadt-Glewe von großer Bedeutung. Genau dort brauchen wir das schnelle Internet besonders.“ Man müsse jetzt sehen, welche Gebiete in der Stadt von der sogenannten Ausbauabsichtserklärung der Telekom überhaupt betroffen sind. Nicht nur Unternehmen und Privatpersonen würden vom Breitbandausbau profitieren und benötigen ihn dringend. Leiterin Ute Ott von der Regionalen Schule „Karl Scharfenberg“ gegenüber SVZ: „Auch wir wünschen uns das schnelle Internet an unserer Schule, damit die Arbeitsbedingungen für unsere Schüler und Lehrer weiter verbessert werden können.

Dabei gehörte Neustadt-Glewe zusammen mit Ludwigslust und Grabow sozusagen zu den Vorreitern beim Breitbandausbau. Die drei Städte ließen schon vor Jahren eine Machbarkeitsstudie anfertigen. Die war eigentlich Voraussetzung dafür, beim Ausbau des schnellen Internets Fördermittel aus dem Bundesprogramm (Dobrindt-Milliarden) abzubekommen (SVZ berichtete). Mit der Ausbauabsichtserklärung der Telekom allerdings flog man nun aus dem Förderprogramm. Das passiert dann, wenn ein Telekommunikationsanbieter eigenwirtschaftlich, also ohne Fördermittel, ausbaut.

Wie gesagt, gibt es nun zunächst beim schnellen Internet weiter „weiße Flecken“ in Neustadt-Glewe – nämlich die Ortsteile. Doreen Radelow: „Wir werden jetzt versuchen, die weißen Flecken, in denen kein Breitbandausbau geplant ist, zusammenzufassen. Es muss eine Gebietskulisse geschaffen werden, in der sich eine Förderung lohnt“, so Bürgermeisterin Doreen Radelow.

Auf SVZ-Anfrage bestätigte die Telekom, dass das Breitbandnetz in den Städten Neustadt-Glewe, Grabow und Ludwigslust auf Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s ausgebaut werden soll – allerdings vor allem in den Hauptorten. „Dort erreichen wir ein Großteil der Bevölkerung“, erklärte Sprecher Georg von Wagner. Und dann müsse man sehen, wie weit man mit dem zur Verfügung stehenden Geld kommt. „Den allerletzten Ort werden wir nicht versorgen können, weil das auch nicht wirtschaftlich wäre“, stellte er klar. Und auch in Gewerbegebieten sei der Breitbandausbau in diesem Zusammenhang nicht vorgesehen. Bis in welche Ecke das schnelle Internet kommen wird, kann die Telekom derzeit nicht sagen. „Die Planungen laufen noch“, so von Wagner.

Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen und zum Ende des Sommers abgeschlossen sein. Noch in diesem Jahr sollen die Kunden das schnelle Internet nutzen können. „Sie müssen aber selbst aktiv werden und sich um die Anpassung ihres Vertrages kümmern“, so der Telekom-Sprecher.  

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