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Neustadt-Glewe : Schneller zum Termin beim Psychotherapeuten

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Sechs neue Praxen im Planungsbereich Ludwigslust / Weitere wären laut Bedarfsplan möglich

Gute Nachrichten für Patienten, die eine Psychotherapie machen wollen oder müssen. Die Wartezeit auf einen Termin könnte sich in unserer Region erheblich verkürzen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres werden sechs psychologische Psychotherapeuten Praxen im Planungsbereich Ludwigslust eröffnen, zu dem der Altkreis Ludwigslust und das Amt Neuhaus gehören – oder sie haben es bereits getan. Möglich ist das durch die veränderte Bedarfsplanung, die nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) für das Land 68 zusätzliche Psychotherapeutenstellen ausweist.

Einer der neuen niedergelassenen Psychotherapeuten ist Alexander Kaps, der in Neustadt-Glewe seine Praxis eingerichtet hat. Bislang hatte der gebürtige Malchiner als Angestellter gearbeitet – zuerst in einer Reha-Klinik für Kinder und Jugendliche mit Stoffwechselstörungen oder Adipositas, zuletzt als Sozialtherapeut für Gewalt- und Sexualstraftäter in der Justizvollzugsanstalt Waldeck. „Das war eine interessante Erfahrung, weil man dort auch mit Persönlichkeitsstörungen zu tun hatte, mit denen man sonst nicht so oft konfrontiert wird“, erklärt der 33-Jährige. Doch schon vom Beginn seines Psychologiestudiums an war für ihn klar, dass er sich irgendwann mit einer eigenen Praxis niederlassen möchte. Und jetzt war die Chance da.

Schon wenige Wochen nach dem Start in Neustadt-Glewe ist das Bestellbuch von Alexanders Kaps, der sich zusätzlich zum Entspannungstherapeuten, für Hypnose und für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen qualifiziert hat, ziemlich voll. Traumatherapie für Opfer von Straftaten oder schweren Unfällen, Depressionen und Angststörungen – das Spektrum der zu behandelnden Probleme ist groß. „Eine Zunahme ist bei der Anpassungsstörung, die der Volksmund ,Burnout’ nennt, zu verzeichnen“, sagt Alexander Kaps. Das liege an den erhöhten Anforderungen in der Arbeitswelt. Der Druck werde erhöht, Mobbing nehme zu.

Dass der Bedarf an Psychotherapie derzeit offenbar größer ist als das Angebot, könnte nach Kaps’ Ansicht auch damit zusammenhängen, dass es nicht mehr so verpönt ist, zum Psychotherapeuten zu gehen. Und wenn es – wie in den zurückliegenden Jahren – nur wenige Therapeuten gibt, könnten auch nur wenige Patienten eine Therapie machen. Dabei ist es bei vielen Erkrankungen wichtig, frühzeitig damit zu beginnen. „Eine Angststörung kann sonst dazu führen, dass sich der Betroffene immer weiter zurückzieht und dass sich in der Folge Freunde und Verwandte abwenden“, so Alexander Kaps. Dabei seien Angststörungen gut zu behandeln. In der Therapie, die in mehreren Stufen verläuft, legen die Patienten diese Angst nicht ab, sondern lernen, dass sie sie aushalten können und dass sie nach einer kurzen Zeit auch wieder abnimmt.

Neustadt-Glewe hat der in Rostock lebende Psychologe ganz bewusst für seine Niederlassung ausgewählt. „Die Lage an der Autobahnanschlussstelle und nicht weit entfernt von größeren Städten ist ideal“, sagt der 33-Jährige. „So komme ich schnell zur Arbeit und bin auch für Patienten aus Parchim oder Schwerin gut zu erreichen. Viele legen Wert darauf, anonym zu bleiben.“ Natürlich hätte der Rostocker gern auch eine Praxis an seinem Wohnort eröffnet, aber dort gibt es viel mehr Interessenten für viel weniger Zulassungen.

Im Planungsbereich Ludwigslust ist der Bedarf an psychologischen Psychotherapeuten trotz der erfolgten Zulassungen offenbar noch immer nicht gedeckt. Nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung wären neun weitere Praxiseröffnungen möglich.

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erstellt am 09.Apr.2014 | 11:36 Uhr

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