Blievenstorf : Schneewittchen sorgt für vollen Saal

Elsa und Dennis als Schneewittchen und Prinz, umringt von böser Königin und den guten Zwergen.  Fotos: Hannelore van Reimersdahl
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Elsa und Dennis als Schneewittchen und Prinz, umringt von böser Königin und den guten Zwergen. Fotos: Hannelore van Reimersdahl

Gemeindeweihnacht ließ Blievenstorfer Bürgermeister unruhig werden / Jugendliche führten Märchen auf

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17. Dezember 2013, 07:00 Uhr

Als die Uhr am 3. Advent immer mehr auf die zweite Nachmittagsstunde vorrückte, wurde Bürgermeister Dieter Schult doch etwas unruhig. Der Saal im Gasthaus Müller wurde nämlich so voll, dass zu den drei bereits festlich gedeckten, langen Tafeln noch ein Tisch und viele Stühle hereingeschafft werden mussten. „So viele hatten sich gar nicht angemeldet“, flüsterte er und hatte wohl schon echte Sorge, dass der Kuchen für die diesjährige Gemeindeweihnacht nicht reichen würde. Der reichte natürlich trotzdem. Und die jungen Künstler auf der Bühne schienen vor solch vollem Saal, in dem die Eltern und Großeltern und ganz viele aus dem Dorf und dem Nachbarort Brenz Platz genommen hatten, so richtig zu Bestform aufzulaufen.

Die 71-jährige Grete Trost hatte mit 14 Kindern im Dorf frei nach den Gebrüdern Grimm diesmal das Märchen „Schneewittchen“ einstudiert. Das war übrigens schon der dritte Auftritt in diesem Jahr für die noch junge Theatergruppe, die sich nach jedem Akt den Beifall im Saal echt verdient hatte. Schade war eigentlich nur, dass man am anderen Saalende zu wenig von den Dialogen der bösen Stiefmutter mit ihrem Spiegel bzw. mit Schneewittchen und auch kaum etwas von den Sorgen der sieben Zwerge verstehen konnte. Als sich der Vorhang nach viel Applaus und einem Präsent der Gemeinde für die Akteure des Nachmittags schloss, stand für den lang gedienten Bürgermeister fest: „Wir müssen wohl doch mal in vernünftige Tontechnik investieren.“

Der Theatergruppe wird das nur recht sein. Denn die erst 1998 mit ihrem Mann ins Dorf gezogene Grete Trost hat mit den jungen Mimen noch Etliches vor. „Als ich die Bühne im Gasthaus das erste Mal sah, fühlte ich mich an die 70er-Jahre erinnert, als ich schon mal eine Theatergruppe betreute“, gesteht die quirlige Rentnerin. Offenbar scheint sie nicht nur die acht- bis fünfzehnjährigen Mädchen und Jungs mit dem Theatervirus angesteckt zu. Immerhin greift selbst Gretes Ehemann mit zu, wenn für die Aufführungen Requisiten zu bauen und wie am letzten Sonntag für Schneewittchen und die böse Stiefmutter Kronen zu basteln sind. Beim vorweihnachtlichen Gemeindefest ließen sich übrigens auch dieses Jahr viele, zumeist Ältere, nicht lange bitten und legten eine flotte Sohle aufs Parkett. Weil danach der Kuchen besonders gut schmecken sollte.

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