Ludwigslust : Schmuckkästchen in Lulus Mitte

Landschaftsarchitekten gestalten Platz „Am Bassin“ nach historischem Vorbild um / Anwohner reden von Anfang an bei Planung mit

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04. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Der Abend beginnt mit einer Überraschung für den Bürgermeister: „Oh, so viele wollen mitreden?“, fragt Reinhard Mach, als er den vollen Rathaussaal betritt. „Das freut mich aber sehr.“ Die Stadt hatte am Dienstag zur ersten Infoveranstaltung für die Umgestaltung „Am Bassin“ eingeladen. Weil die Anwohner von vornherein mit einbezogen werden sollen, präsentiert das beauftragte Landschaftsarchitekturbüro aus Schwerin gleich seinen ersten Planungsentwurf. „Sie können sich glücklich schätzen, mit diesem Ensemble solch einen Schatz mitten im Stadtzentrum zu haben“, beginnt Matthias Proske den Power-Point-Vortrag. „Auf uns wartet hier eine sehr schöne Aufgabe.“

Proske leitet das Architekturbüro in Schwerin. Das Unternehmen hat den Bauschpark in Neu Kaliß gestaltet, den Schlosspark in Neustrelitz, die Parkanlage am Kloster Dobbertin und für die Buga in Schwerin den südlichen Teil des Schlossparkes. Beim Tallin Flower Festival gewannen die Schweriner Landschaftsarchitekten in diesem Jahr den Publikumspreis. Hier in Ludwigslust will Proske Am Bassin „ein zentrales Schmuckkästchen“ erschaffen.


Das Ende für die Trampelpfade


Bevor es 2016 mit der Umgestaltung losgehen soll, wird umfassend geplant. Vor allem Grünflächen und Wege sollen in dem Bereich zwischen den Kaskaden und der B 5 erneuert werden. „Wir planen diagonale Wegachsen, die früher im Barock nicht vorhanden waren“, sagt Proske. Damit schaffe man eine Struktur, die keine Trampelpfade mit sich bringt. Zudem sollen neue Wege um das Bassin entstehen, die es „wie ein Medaillon“ einrahmen. Damit, so Proske, würde das Bassin wieder „als Spiegel des Schlosses“ zur Geltung kommen. Offen bleibt die Frage, was mit dem Baumbestand auf dem Areal passiert. Die Anwohner ärgern sich über Wildwuchs und die vielen Lücken, sorgen sich bei Sturm um die Sicherheit vor ihren Häusern. „Bäume sind nun mal das gestalterische Element auf diesem Platz“, sagt Stadtvertreterin Birgit Wulf. „Und dieser Rolle werden sie heute leider nicht mehr gerecht.“ Ob alle Bäume gefällt und dafür neue Winterlinden gepflanzt werden, kann aber erst mit einem Baumgutachten entschieden werden. Bis Ende Januar soll darin geklärt werden, wie vital die alten Bäume sind, wo ihre Wurzeln verlaufen und wie sich die geplante Umgestaltung auf die Bäume auswirkt.

Ändern wird sich Am Bassin auch die Straßenbeleuchtung (hinter den Kaskaden sind zwei große Kandelaber vorgesehen), das Wegepflaster, (Findlinge, Klinker und Naturstein) und der Standort der Fußgängerampel an der B5.

Sicher sei, dass die Neugestaltung auch mit Kosten für die Anwohner verbunden ist, so Jens Gröger, Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Stadtentwicklung. „Straßenausbaubeiträge sind garantiert“, sagt er. Ob und in welcher Höhe auch Anliegerbeiträge für Hausanschlüsse zur Abwasser- und Regenwasserentsorgung hinzukommen, darüber wird die Stadt auf einem der nächsten Infoabende informieren.

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