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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 11:24 Uhr

Neustadt-Glewe : Schmierereien vor Saisonstart

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Streit um die Schließung des Weges in der Neustädter Badeanstalt eskaliert. Die Stadtvertreter tagen am 21. Mai - bisher ohne dieses Thema.

von
erstellt am 16.Mai.2015 | 07:00 Uhr

So weit ist es nun gekommen in der Lewitzstadt: Der Streit um die Offenhaltung des Weges in der Badeanstalt ist nun in Schmierereien am See eskaliert. Am heutigen Sonnabend ist Eröffnung der Saison. Eine Party mit Drachenbootrennen soll es werden. Für den Betreiber des Barracuda Beach wirkt diese Demonstration offensichtlich wie ein Schlag ins Gesicht. Michael Brandt ließ am gestrigen Freitag auf seinem Mobiltelefon lediglich eine Ansage laufen. Er könne gegenwärtig keine Gespräche entgegen nehmen.

Daher ist unklar, ob Brandt Anzeige wegen Sachbeschädigung erstatten wird. Der Betreiber des Strandes hat aber bereits öffentlich gemacht, dass er eigentlich die Nase voll hat. „Ich weiß nicht mehr, woran ich als Pächter hier eigentlich bin. Man kann doch nicht die eigenen Beschlüsse in so kurzer Zeit ändern. Wer weiß, ob nicht in einem halben Jahr schon wieder ein neuer Beschluss kommt.“ Das hatte Michael Brandt am 25. März in einem SVZ-Gespräch gesagt.

Sein Vorwurf richtet sich gegen die Mehrheit der Neustädter Stadtvertretung. Diese hat sich mit verschiedenen Beschlüssen auf Zickzack-Kurs begeben.

2012 hatten die Stadtvertreter beschlossen, die Badeanstalt am Neustädter See nicht mehr als Gemeinde zu betreiben, sondern privat zu verpachten. Am 21. März 2013 beschloss das Stadtparlament zusätzlich einstimmig, den Weg mit zu verpachten. Er ist damit nicht mehr öffentlich.

Dann initiierten drei Neustädter eine Unterschriftenaktion. Sie wollen den Weg wieder für alle zugänglich haben. Hunderte unterschrieben. Im Ergebnis revidierte eine Mehrheit der Stadtvertretung ihre Meinung. Sie will den Weg nun außerhalb der Saison offen halten.

Der Hammer des Dramas tauchte vor nicht allzu langer Zeit auf: Bereits 1992 hat die damalige Stadtverordnetenversammlung von Neustadt-Glewe beschlossen, den Weg für die Öffentlichkeit zu schließen. Ein Beschluss, der offenbar in den ganzen Jahren nie umgesetzt wurde.

Der Betreiber des Barracuda Beach kann einen öffentlichen Weg nicht akzeptieren. Das hat er klar gemacht. Seine Argumente: Der Weg ist nicht sicher, eine zuverlässige Beleuchtung gibt es nicht. Niemand kann ihm garantieren, dass der See nicht als Müllkippe missbraucht wird. Und was ist mit Schadenersatzklagen, wenn es zu Unfällen kommt? Brandt sieht sich im Stich gelassen.

Und er bekommt Unterstützung. CDU-Fraktionschef Christian Rosenkranz und auch der Fraktionsvorsitzende der Linken, Peter Warnecke, haben bereits Verlässlichkeit des Stadtparlaments gegenüber dem Betreiber des Badestrandes eingefordert. Nächste Woche (21. Mai) ist Stadtvertretersitzung. Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils steht der Strand bisher nicht.

 

 

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