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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 00:20 Uhr

Grabow : Schmiede erhält alten Glanz zurück

vom

Das denkmalgeschützte weil geschichtsträchtige Wohn- und Geschäftshaus soll nach über zehnjährigem Zerfall nun wieder Schritt für Schritt zu neuem Leben erweckt werden.

svz.de von
erstellt am 22.Nov.2011 | 01:27 Uhr

Grabow | Nur das Gerippe steht noch von der einstigen Schmiede im Herzen Grabows. Und doch tut sich etwas in dem Mitte des 18. Jahrhunderts erbauten mehrgeschossigen Fachwerkhaus in der Kirchenstraße 25. Das denkmalgeschützte weil geschichtsträchtige Wohn- und Geschäftshaus soll nach über zehnjährigem Zerfall nun wieder Schritt für Schritt zu neuem Leben erweckt werden. Dass dieser Dornröschenschlaf ein Ende hat, dafür ist der Warlower Zimmerermeister Christian Köpcke verantwortlich. Der 28-jährige Handwerksmeister hat bereits einige Wände im Innern wieder in Fuge und Lot gebracht, will in den nächsten drei bis vier Jahren über die Wintermonate mit seinen sechs Mitarbeitern dem Haus wieder sein einstiges Aussehen geben.

"Es war Liebe auf den zweiten Blick vor drei Jahren", wie Zimmerermeister Köpcke den Griff nach diesem in allen Belangen maroden Gebäude beschreibt. Gekauft habe er das vom Zerfall zur Ruine verkommene Haus von einer Erbengemeinschaft, die die Hinterlassenschaften der Schmiedemeisterfamilie Lüthcke übernommen hatte. "Der Zustand des Gebäudes muss auch heute noch auf jemanden, der handwerklich nicht beschlagen ist, katastrophal wirken. Für mich besitzt das Gebäude durchaus Charme, war und ist eine Herausforderung und ich brauchte so gut wie kein Geld hinzulegen. Für mich als Unternehmer ebenso wichtig war der Umstand, dass meine Mitarbeiter auch in den Wintermonaten Arbeit haben", erklärt sich Christian Köpcke.

Trotzdem der Unternehmer für den Wiederaufbau einen öffentlichen Fördermittelzuschuss von 50 Prozent erhält, wie Köpcke preisgab, ist die Wiederherstellung sicherlich nicht günstig zu realisieren. Der Arbeitgeber muss die Obere und Untere Denkmalbehörde im Landratsamt beteiligen. Und auch die Gesellschaft für Ortsentwicklung und Stadterneuerung (GOS) hat als Geber der Fördermittel ein gewichtiges Wort mitzubestimmen. Diese Entscheider beraten mit dem Eigentümer und im Sinne der Denkmalpflege, was alles am und im geschichtsträchtigen Haus wieder hergestellt werden muss.

Fest steht bereits, dass die alte Schmiede nicht wieder als solche aufgebaut wird. Bauherr Köpcke hat die Fragmente und das baufällige Wirtschaftsgebäude abgerissen und entsorgt. Ärgerlich ist er jedoch über den verschandelten Schriftbalken über dem Eingang am Wohnhaus. Den würde er liebend gern wieder herstellen, doch dafür fehlt ihm die Vorlage des originalen Schriftzuges. Andere Schätze fand Köpcke im Innern: Die hölzerne Treppe dürfte so alt sein wie das Gebäude. Jede Stufe soll wieder ein Schmuckstück werden. Und sicherlich würden die Augen jedes Archivars glänzen, wenn er die Rechnungen, Briefe und Münzen aus den Zeiten der Firmengründung und dem 19. sowie 20. Jahrhundert begutachten könnte, die bei den Aufräumarbeiten in dem Lüthckeschen Wohnhaus gefunden wurden. "Die Schmiede erhielt sehr viele Aufträge von der einstigen Grabower Rose-Brauerei. Auch das ist durch die zahlreichen gefundenen Schriftstücke belegt. Dass der Schmiedemeister zudem ein weltoffener Mensch gewesen sein muss, belegen Briefe vergangener Tage, die aus dem asiatischen Raum bei Lüthcke eingetroffen waren.

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