Ludwigslust : Schlussakkord für Sigrid Zyska

Abschiedskonzert: Sigrid Zyska verabschiedet sich vomKammerchor der Musikschule.
Abschiedskonzert: Sigrid Zyska verabschiedet sich vomKammerchor der Musikschule.

Chorleiterin verabschiedet sich vom Kammerchor der Musikschule / Kompetente Nachfolgerin ist Irina Matjakin

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06. Januar 2016, 14:46 Uhr

Der Schlussakkord für Sigrid Zyska ist gefallen. Im Rahmen eines Konzerts wurde im Dezember der Abschie. Ein Abschied, der Sigrid Zyska nicht leicht fällt. Ist sie es doch, die den Kammerchor seit Jahren geprägt hat, die ihn zu dem Klangkörper entwickelt hat, der er heute ist.

Sigrid Zyska ist studierte Lehrerin für Deutsch, Musik und Gesangspädagogik. Ihren beruflichen Weg begann sie 1970 nach dem Studium an der ehemaligen Erweiterten Oberschule „Johann Wolfgang Goethe“ in Ludwigslust. Fünfzehn Jahre später warteten neue Aufgaben auf sie: Sie wurde stellvertretende Schulleiterin der Musikschule, damals noch in der Schweriner Straße und damals noch mit 128 Schülern.

Dann kam die Wende und vieles änderte sich. 1990 wurde Sigrid Zyska Schulleiterin. Durch Gebietsreformen und Zusammenlegungen kamen immer mehr Außenstellen hinzu, die Möglichkeiten veränderten sich und gemeinsam mit ihrem Kollegium rührte sie kräftig die Werbetrommel für eine Ausbildung an der Musikschule.

Aus 128 Schülern wurden 870, die es nun zu verwalten galt. Achtzehn Jahre lang leitete sie die Musikschule; kompetent, freundlich und mit Herz und Seele.

Neben ihrer Tätigkeit als Schulleiterin arbeitete sie weiterhin als Gesangspädagogin. Sie versteht es, ihre Freude am Gesang auf die Schüler zu übertragen. Sie selbst sagt: „Die meisten Schüler blieben lange bei mir, meistens bis zum Abitur.“ Unter den Schülern waren auch immer Erwachsene. Mit einigen von ihnen legte sie den Grundstein für den heutigen Kammerchor. Die Schüler wollten gerne auch mehrstimmig singen. Mit einem Doppelduett begann es dann. Im April 1995 gab es den ersten Auftritt als Gesangsgruppe, eine Handvoll Sängerinnen präsentierten die Musikschule bei den Feierlichkeiten zu „1000 Jahre Mecklenburg“. Sigrid Zyska erinnert sich noch genau an den ersten Auftritt. „Kumm, Geselle mien“ haben sie gesungen.

Der Gesang der Gruppe fand Anklang und so wurden es mit der Zeit immer mehr Sängerinnen. Seit 2001 treten sie unter dem Namen „Kammerchor der Musikschule ,Johann Mattias Sperger’“ auf. Ein eigentliches Gründungsdatum aber gibt es nicht.

In den zwanzig Jahren, die Sigrid Zyska die Sängerinnen leitete, standen zahllose Auftritte auf dem Programm: Adventskonzerte, Teilnahme an Landesmusiktreffen, Musikschultage, Kreischorsingen… Auskunft darüber gibt heute noch die Chronik des Chores. Wenn man Sigrid Zyska aber nach den Höhepunkten befragt, fällt ihr die Antwort nicht schwer: „Das war eindeutig die Teilnahme am NDR-Chorwettbewerb ,Der Norden singt’, wo wir einen der vorderen Plätze belegen konnten.“

Auch die Teilnahme an der Aufführung der „Camina Burana“, die mit über 400 Sängern auf der Schweriner Freilichtbühne stattfand und die Teilnahme an der Aufführung der 9. Sinfonie von Beethoven sind ein Beweis für die Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit des Chores. Und nun heißt es Abschied nehmen, Abschied von der Arbeit mit dem Chor, Abschied von dem Spaß und der Freude, die ihr die Chorleitung brachte, Abschied von den Frauen, die ihr alle ans Herz gewachsen sind. Gesundheitliche Gründe lassen sie diesen Schritt gehen. Chorleitung ist körperlich schwere Arbeit und das lange Stehen fällt ihr zunehmend schwerer.

Aber Sigrid Zyska wäre nicht sie, wenn sie nicht auch für einen würdigen Nachfolger gesorgt hätte. Lange hat sie gesucht und mit Irina Matjakin eine kompetente Nachfolgerin gefunden. Irina Matjakin ist Klavierpädagogin und studierte Chorleiterin. Seit August hat sie bereits an den Chorproben mitgewirkt, um sich nach und nach das Repertoire des Kammerchores anzueignen. Der nahtlose Wechsel ist gelungen. Zum Adventskonzert schon dirigierte Irina Matjakin einen Teil des Konzertes. Für Sigrid Zyska war es der Abschied von einer wunderbaren Zeit als Chorleiterin. Ihren letzten Taktschlag beendete sie wie immer, wenn sie mit der Leistung des Chores zufrieden war, mit einem Lächeln und einem leisen Kopfnicken.

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