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Knöllchenregen in Ludwigslust : Schlossplatz: Auto oder Fußgänger?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

SVZ-Beitrag „Nach der Trauung kam der Knöllchenregen“ facht die Diskussion um das Parken vor dem Ludwigsluster Schloss erneut an

Die Hochzeitsgesellschaft, die sich das Ludwigsluster Schloss von innen ansieht, während draußen die städtische Politesse an den Autos der Feiernden Knöllchen befestigt. Außer dem Brautauto, das findet Gnade in ihren Augen. „Nach der Trauung kam der Knöllchenregen“ überschrieben wir den Beitrag in unserer Ausgabe vom 1. April. Leider kein Aprilscherz, was dem frisch vermählten Paar Madlen und Heiko Nürnberger nebst Gästen dort passierte. Der Vorfall hat die kontroversen Diskussionen über das Parken auf dem Schlossplatz wieder angefacht. Dort herrscht nämlich generelles Parkverbot – bis auf eine kleine Fläche am östlichen Rand des Areals, wo es mit einem Zeitlimit erlaubt ist, Fahrzeuge abzustellen.

Auch bei Facebook hat das Thema die Leser bewegt. 54-mal ist der Beitrag kommentiert worden. „Bei uns bekommt man gleich bei der Anmeldung für eine Hochzeit beim Standesamt eine Ausnahmegenehmigung zum Parken für mehrere Autos ... dann kann man genau vorm Rathaus parken ... so muss das und nicht anders“, schreibt Sebastian Kudell aus Greifswald. Wäre das nicht einen Gedanken wert, dies auch für die Attraktion Ludwigsluster Schloss zu versuchen? „Meine Güte, um die Ecke ist ein großer kostenloser Parkplatz, von dem aus man mit ein paar Schritten direkt beim Schloss ist. Wenn Regeln, dann auch für alle“, meint Susel Ide. „So kann deutsche Verbohrtheit sein. Befehl ist Befehl und da bleibt kein Spielraum für Menschlichkeit. Herzlichen Glückwunsch an die Behörde dort“, schreibt Helmut Weyrich.

So unterschiedlich wie die Meinungen unserer Leser sind auch Reaktionen von Verantwortungsträgern aus der Stadt. Uwe Langmaack ist Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr der Ludwigsluster Stadtvertretung. Er stellt klar, dass die Politesse sich richtig verhalten hat, denn sie habe ihre Dienstpflichten erfüllt. Dennoch kann sich Langmaack mit dem Parkverbot auf dem Schlossplatz nicht anfreunden. „Wenn wir große Veranstaltungen haben, wie zum Beispiel das Kleine Fest, darf der Platz doch auch genutzt werden. Und davon hat die Stadt finanziell noch nicht mal was, weil sie nicht Veranstalter ist“, sagt er. Uwe Langmaack will das Thema Parken in der Stadt noch einmal zum Thema in seinem Ausschuss machen. Gegen ein Parken auf dem Schlossplatz spricht sich dagegen Peter Krohn, der Leiter des Schlosses Ludwigslust, aus. „Das würde das gesamte Ambiente stören. Gerade die Sichtachse zwischen Schloss und Stadtkirche macht die Wirkung aus, und die wäre erheblich beeinträchtigt“, sagt er. Außerdem bestünde die Gefahr, dass die Feuerwehr-Zufahrten zum Schloss versperrt würden. Dennoch sieht der Schlossleiter ein Parkproblem. „Ich war Ostern zwei Tage im Schloss und habe die Situation beobachtet. Die Hochzeitsgesellschaft hätte mit Sicherheit auch in der Umgebung des Schlossplatzes keine Parkmöglichkeiten gefunden. Aber das ist eine andere Sache“, so Peter Krohn.

Der Knöllchenregen wird die Diskussion um die Parksituation in der Stadt mit Sicherheit befeuern.

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