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Sanierung der L08 zwischen Grabow und Lenzen gefordert : Schlagloch-Piste gefährdet Straßenverkehr

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Löcher in der Asphaltdecke, Verwerfungen und aufgerissene Seitenränder - all das erfahren im wahrsten Sinne des Wortes Motorisierte, wenn sie auf der Landesstraße 08 von Grabow in Richtung Lenzen unterwegs sind.

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erstellt am 03.Aug.2013 | 04:13 Uhr

Steesow/Milow | Löcher in der Asphaltdecke, Verwerfungen und aufgerissene Seitenränder - all das erfahren im wahrsten Sinne des Wortes Motorisierte, wenn sie auf der Landesstraße 08 von Grabow in Richtung Lenzen unterwegs sind.

Ein unhaltbarer Zustand, findet Silvia Reiß, die amtierende Bürgermeisterin der Gemeinde Steesow. Gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Konrad Schmidt, dem Bürgermeister der Gemeinde Milow, will sie den Umstand nicht mehr hinnehmen, dass in Sachen Deckenerneuerung nichts passiere. Über das Amt Grabow wandte sie sich mit einem Schreiben an Dietmar Greßmann, den dafür zuständigen Dezernenten im Dezernat 4 des Straßenbauamtes Schwerin. "Die Gemeindevertretung Steesow hat sich wiederholt in Sitzungen aufgrund von Bürgerbeschwerden mit dem seit Jahren bestehenden katastrophalen Zustand der Landesstraße 08 Grabow-Lenzen beschäftigt. Die Ortslagen Steesow und Bochin liegen direkt an der L 08. Seit Jahren ist die Straße gekennzeichnet von immer wieder aufgerissenen Löchern und großflächigen Verwerfungen, die vom Straßenbauamt ca. einmal jährlich notdürftig ,lochweise’ geschlossen werden und jeweils nach einigen Monaten in gleicher Intensität wieder hervortreten."

Frage der Zeit, bis die Decke zerfahren ist

Und das bestätigte sich auch bei einem Ortstermin mit der amtierenden Bürgermeisterin Silvia Reiß auf der L08 im Abschnitt zwischen Grabow und Milow. "Besonders gefährdend stellt sich der Bereich im Waldgebiet zwischen dem Abzeig Semmerin bis zur Ortslage Grabow dar. Fahrzeuge weichen den Schlaglöchern aus, versuchen die Flächenverwerfungen zu umfahren und gefährden nicht selten damit den Gegenverkehr." Aufgrund des kurvenreichen Verlaufes der Landesstraße 08 ein gefährlicher Zustand, der nach Aussage von Silvia Reiß nun schon seit Jahren ohne merkliche Verbesserung des Straßenbelages in dem genannten Abschnitt besteht. "Im Jahre 2012 wurde ein Abschnitt von rund 1,5 Kilometern mit einer Bitumendecke überzogen, ein erster Schritt, aber keine Lösung für das Gesamtproblem", lässt sich dazu die Steesower Bürgermeisterin vernehmen. Denn es werde nach ihrer Meinung nur eine Frage der Zeit sein, bis die dünne Decke zerfahren ist. Der erneuerte Abschnitt endet dort, wo die vielen großflächigen Schlaglöcher im Waldgebiet beginnen.

Burkhard Karberg, Straßenmeister der Straßenmeisterei Ludwigslust, weiß natürlich um dieses Problem. Die Landesstraße 08, so der Straßenmeister, wurde 1996 gebaut, mit einem Dünnschichtbelag, der nur fünf bis sechs Jahre hält. Es wurde vergessen, für eine Deckenerneuerung, die eben nach diesem Zeitraum fällig wird, Mittel einzuplanen. Die Apshaltdecke ist inzwischen verschlissen und seit acht Jahren steht die Landesstraße 08 auf der Liste der Straßenbauvorhaben, die eine komplette Deckenerneuerung benötigen.

Für Silvia Reiß ist das alles nicht ausreichend. In Ihrem Schreiben an den Dezernenten Greßmann gab die Steesower Bürgermeisterin im Namen der Gemeinden Steesow und Milow noch einmal nachdrücklich zu verstehen, dass sich die Schweriner Straßenbaubehörde dieses Problems doch umgehend annehmen möge. Im Fall der betroffenen Gemeinden bedeute das nichts anderes, als eine gründliche Straßensanierung der L08 vorzunehmen, um den unhaltbaren Straßenzustand dauerhaft zu beenden", so Silvia Reiß. "Beide Gemeinden, Milow und Steesow, haben wiederholt dieses Problem in den letzten Jahren angesprochen, auch bei Besuchen von Landespolitikern. Wir möchten Sie nochmals darauf aufmerksam machen, bevor durch diese aus unserer Sicht verkehrsgefährdende Situation tragische Unfälle passieren."

Dieses Schreiben erreichte das Straßenbauamt am 22. April, eine Antwort aus dem zuständigen Dezernat kam am 13. Mai im Amt Grabow an. Der Steesower Bürgermeisterin wurde in diesem Schreiben leider mitgeteilt, "dass dem Straßenbauamt derzeitig keine finanziellen Mittel für Straßeninstandsetzungen auf der L 08 zur Verfügung stehen. Für eine Deckenerneuerung wurden für die kommenden Jahre finanzielle Mittel beantragt, die Bestätigung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern steht aber aus." Auf die aktuelle Situation angesprochen, was Finanzplanung kommender Straßenbauvorhaben in diesem Bereich der L08 betreffe, konnte oder wollte aber auch Dezernent Dietmar Greßmann vom Straßenbauamt Schwerin keine genaue Antwort geben. Er verwies auf das zuständige Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern. Dort würden die Gelder den einzelnen geplanten Vorhaben zugeordnet und verteilt.

Ministeriums-Pressesprecher Steffen Wehner umschreibt die gegenwärtige Lage wie folgt: "Zurzeit sind keine Baumaßnahmen an der L08 geplant. Die Befahrbarkeit der Straße wird sichergestellt, indem Schlaglöcher und Gefahrenstellen beseitigt werden." Aufgrund der knappen finanziellen Mittel im Bereich Straßenbau, so Steffen Weh ner weiter, werden Straßen in Reihenfolge ihrer Netzfunktion, die sich u.a. an der durchschnittlichen Verkehrsbelegung bemessen lässt, erneuert. "Aufgrund dieses Umstands stehen im Bereich Westmecklenburg an der Netzfunktion gemessen dringlichere Maßnahmen als die L08 südlich von Grabow an", ergänzt der Pressesprecher. Eine Antwort, die so sicher nicht im Sinne der betroffenen Gemeinden liegen dürfte. SVZ wird an dieser Sache weiter dranbleiben.

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