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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 16:56 Uhr

Ludwigslust : Schauspielern hinterm Mikro

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Schüler der Edith-Stein-Schule Ludwigslust nahmen gestern Vormittag ein eigenes Hörspiel auf

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2016 | 15:00 Uhr

„So, jetzt seid alle bitte ganz leise und legt am besten eure Manuskripte aus der Hand, sonst raschelt das zu sehr“, fordert Jantje Fischold die Mädchen und Jungen auf, die um sie herum stehen und jede ihrer Bewegungen mit neugierigen Blicken verfolgen. Die Schüler der Lerngruppe 456.2 tun, wie geheißen. Jantje Fischold, Mitarbeiterin des NDR, steht mit den Kindern im Garten der Edith-Stein-Schule in Ludwigslust und hält den kleinen Amateurschauspielern das Mikrofon hin. Carlo, ein Schüler der Klasse, ist an der Reihe mit seinem Text. „Du musst das richtig ausdrucksstark und so realistisch wie möglich rüberbringen“, instruiert die Medienfrau. Carlo lacht. Er versucht es. „Das war gar nicht so schlecht. Jetzt noch mit Mimik und Gestik. Schlag dir doch einfach mit der flachen Hand auf die Stirn. Das tust du doch auch im wahren Leben, wenn du genervt bist, oder?“, fragt ihn die 34-Jährige und schmunzelt. Carlo versteht, was sie meint und es funktioniert. „Das war klasse. Sehr schön“, lobt Jantje Fischold die Kinder.

Der Hintergrund für die gestrige Aktion ist folgender: Die insgesamt 24 Schüler im Alter von neun bis zwölf Jahren nehmen an diesem Tag ein Hörspiel namens „Ein Ausflug ins Grauen- kein Hörspiel für Weicheier“ mit Hilfe zweier Mitarbeiter des hiesigen Rundfunks auf.

Im Rahmen dieses Projektes würden die Kinder einen Einblick erhalten, wie ein Hörspiel entstünde und wie viel Arbeit dahinter stecke, heißt es in der Projektbeschreibung.

„Ein Hörspiel besteht nicht nur aus Stimmen, es gehört noch einiges mehr dazu“, erklärt Jantje Fischold im SVZ-Gespräch. Die Atmosphäre sei eben entscheidend, ob eine gesprochene Geschichte den Hörer von Anfang bis Ende fessle, oder ihn langweile.
„Jedem wurde im Vorfeld eine Rolle zugewiesen, die er spielt. Das haben wir alle bereits seit drei Wochen vorbereitet und geprobt“, weiß der Klassenleiter und stellvertretende Schulleiter Daniel Dittert. Eltern hätten ihn im letzten Jahr auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Dittert habe sofort eine Bewerbungs-Mail losgeschickt und seine Schützlinge seien von dieser Idee begeistert gewesen.

Auch zirka 60 weitere Lehrer hätten sich in Mecklenburg-Vorpommern dafür beworben. Die Ludwigsluster hatten Glück, sie standen auf der Gewinnerliste.

„Das hat alles so gut geklappt. Dieses Projekt würde ich gerne noch einmal machen“, stellt er sichtlich begeistert fest.

Einen ganzen Vormittag lang habe der Nachwuchs Zeit, die Stimmen und Geräusche einzufangen und festzuhalten. Hinterher würden die Sequenzen zu einer Einheit verschmolzen: dem fertigen Hörspiel. Auch dabei können die Kinder zusehen.
„Wir haben schon eine Geschichte im Großen und Ganzen vorbereitet. Nun fügen wir die Passagen der Schüler noch mit ein. Normalerweise dauert die Aufnahme eines Hörspiels viel länger als ein Vormittag, daher müssen wir uns etwas ranhalten“, sagt Jantje Fischold. Aber sie sei dennoch begeistert über die Mitarbeit der Schulkinder. Auch Klassenleiter Daniel Dittert finde es spannend zu sehen, wie unterschiedlich jedes Kind „schauspielert“. „Einige bekommen das sofort auf Anhieb hin und schreien in das Mikro, wenn die Regieanweisung es verlangt. Aber andere brauchen eine Weile, bis sie warm werden und sich in der eigenen Rolle zurecht gefunden haben. Es ist sehr spannend, das mitzuerleben“, beschreibt er.


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