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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 15:31 Uhr

Ludwigslust/Nostorf : Schafe vom Wolf gerissen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Raubtier als Verursacher des Angriffs auf Rensdorfer Koppel identifiziert / Analyse bestätigt jetzt Vermutung

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2014 | 16:16 Uhr

Inga Wegner-Klose hat jetzt Gewissheit. Die Mitte September auf ihrer Schafskoppel in der Nähe bei Rensdorf fünf gerissenen Schafe sind Opfer einer Wolfsattacke geworden.

Dass der graue Räuber für den Vorfall verantwortlich ist, bestätigte jetzt eine genetische Analyse des Senckenberg-Instituts in Gelnhausen, wie das Schweriner Landwirtschaftsministerium mitteilte. Das für die Untersuchung herangezogene genetische Material sei aber nicht ausreichend gewesen, um Herkunft und Geschlecht des Tieres zu ermitteln, sagte Ministeriumssprecher Constantin Marquardt gestern auf SVZ-Anfrage. Ob der Wolf aus der Gegend um Lübtheen stammt, wie nach dem Angriff vermutet, könne daher nicht bestätigt werden. Ein Gutachter hatte für Untersuchungszwecke Speichelproben von den Bisswunden der getöteten Schafe genommen.

Wolffachmann Norman Stier, der für Mecklenburg-Vorpommern den Wolfsmanagementplan ausgearbeitet hat, sagte: „Nicht ausreichend geschützte Nutztiere wie Schafe oder Ziegen sind prinzipiell für einen Wolf eine leichte Beute ohne wenig Aufwand.“ Die Tiere würden ausloten, ob es funktioniere, in ein Gehege zu gelangen. Und wenn der Wolf erst einmal gelernt habe, dass so leichte Beute zu machen sei, könne es sein, dass er sich auf diese Methode einschieße. „Ein Fuchs geht auch lieber in einen Hühnerstall als mühevoll Mäuse draußen zu jagen“, sagt Stier. „Den Wolf treibt, dass er wie wir Menschen nur überleben kann, wenn er sich ernährt“, fügte der Experte hinzu.

Das Risiko, dass Weidetiere auf der Koppel durch Wölfe angegriffen werden, kann nach den Worten des Experten durch hinreichende Schutzmaßnahmen minimiert werden. Aus seiner Sicht sind Elektrozäune die beste Abwehr gegen Attacken. Das hätten die Erfahrungen gezeigt. Aber auch ein normaler Zaun könne schützen, wenn er ebenfalls mindestens zehn Zentimeter in die Erde eingelassen worden ist. So ließe er sich von Wölfen nicht untergraben.

Das Landwirtschaftsministerium empfiehlt, dass
Schaf- und Ziegenhalter besonders in als Wolfsgebiet bekannten Regionen des Landes ihre Vorkehrungen zum Herdenschutz überprüfen sollten. Angeraten werden entweder mindestens 90 Zentimeter hohe stromführende Zäune mit einem Bodenabstand kleiner als 20 Zentimeter oder Maschendrahtzäune mit mindestens 1,20 Meter Höhe. Die Zäune müssen laut Ministerium allseitig geschlossen sein.

Die Behörde verweist zudem auf eine Förderrichtlinie, die in ausgewiesenen Wolfsarealen des Landes die Anschaffung von höheren Zäunen, Weidezaungeräten, Flatterband oder auch Herdenschutzhunden ermöglicht. Finanziell gefördert werden bis zu 75 Prozent der Kosten.

Bei dem Vorfall am 14. September nahe Rensdorf bei Boizenburg waren von Inga Wegner-Klose fünf gerissene Schafe aufgefunden worden. Die entsetzte 52-Jährige entdeckte an jenem Sonntagmorgen auf ihrer Koppel zudem drei stark verletzte Schafe, die dann nachträglich getötet werden mussten. Als die Angreifer in das Schafsgehege eindrangen, verletzten sich auch drei Lämmer sowie ein Muttertier.

Wegner-Klose, die Landwirtin im Nebenerwerb ist,
wird laut Landwirtschaftsministerium Ausgleichszahlungen für die gerissenen Schafe erhalten.











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