Stahl- und Behälterbau Ludwigslust : SBL sucht nach Wegen aus Insolvenz

Trotz Insolvenzverfahrens wird bei SBL weiter produziert. Am Montag wurde eine Fundamentform für den Windkraftanlagenhersteller Enercon verladen. Sie geht nach Australien.sbl
Trotz Insolvenzverfahrens wird bei SBL weiter produziert. Am Montag wurde eine Fundamentform für den Windkraftanlagenhersteller Enercon verladen. Sie geht nach Australien.sbl

Das Traditionsunternehmen Stahl- und Behälterbau Ludwigslust (SBL), soll vor dem Aus stehen. Es gibt aber Auswege: Die SBL verhandelt mit Investoren und Geschäftspartnern über eine Ergänzung der Produktpalette.

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08. Mai 2013, 10:35 Uhr

ludwigslust | Es ist bereits Stadtgespräch in Ludwigslust: Das Traditionsunternehmen Stahl- und Behälterbau (SBL), Nachfolgebetrieb der zu DDR-Zeiten strukturbestimmenden Bama, soll vor dem Aus stehen. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Thomas Schrapers bestätigt die schwierige Situation, zeigt aber auch Auswege auf. SBL hatte aufgrund wirtschaftlicher Probleme im Dezember 2012 Insolvenz anmelden müssen. "Der enorme Auftragsrückgang seit 2009 konnte im Unternehmen nicht ausreichend abgefedert werden", erklärt Schrapers. Am 1. Februar dieses Jahres ist schließlich das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Insolvenzverwalter ist der Schweriner Rechtsanwalt Dr. Stefan Niederste Frielinghaus. Dieser sei in Sanierungsfragen erfahren und anerkannt, stellt Schrapers klar. "Er sieht aufgrund des Leistungspotenzials der Mitarbeiter und des Know-hows im Unternehmen gute Chancen für einen Neustart ab Mitte dieses Jahres", so der Geschäftsführer. Zurzeit werde mit Investoren und Geschäftspartnern verhandelt, die eine Ergänzung der bestehenden Produktpalette einbringen könnten, damit eine höhere Marktvielfalt dargestellt werden könne. Gegenwärtig fertigen laut Thomas Schrapers rund 35 Mitarbeiter des Unternehmens Fundamentformen für Windkraftanlagen. Dieser Sektor soll nach seinen Worten erheblich ausgebaut werden.

IG Metall begleitet Vorhaben der Ludwigsluster intensiv

Dennoch spricht der Geschäftsführer von unumgänglicher Personalanpassung - und jeder weiß, was er damit meint. Aber es gehe um die Sicherung von Dauerarbeitsplätzen. "Die verbleibenden Mitarbeiter des Unternehmens benötigen auskömmliche Löhne, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten decken zu können. Darum begleitet die IG Metall das Vorhaben der Stahlbauer aus Ludwigslust intensiv", erklärt Thomas Schrapers. Mehr sagt er nicht, will sich vor allem nicht an Spekulationen beteiligen, um nicht Hoffnungen und Erwartungen zu wecken, die später nicht einlösbar sind, wie er betont. Immerhin hat er aber angekündigt, die Öffentlichkeit zu informieren, sobald es gesicherte Neuigkeiten über die Zukunft des Unternehmens gibt.

Die Geschichte des Unternehmens ist gut geeignet für ein Wechselbad der Gefühle. Schon die neunziger Jahre brachten ein Auf und Ab. 800 Beschäftigte hatte die damalige Bama zur Wende. Noch 2006 waren es rund 100. Dazwischen liegen Höhen und Tiefen der Anpassung an die Marktwirtschaft. Von Tanks und Silos bis hin zu Mobilfunkanlagen reicht bisher die Produktionspalette. Und die Abnehmer sitzen auf der ganzen Welt. Dennoch hat das Unternehmen mit 50 Prozent Umsatzeinbußen seit der weltweiten Finanzmarktkrise 2008 zu kämpfen gehabt. Davon hat sich das Traditionsunternemen, das seit 1947 am Standort Ludwigslust tätig ist, bis heute nicht wieder erholt. Die Spezialerzeugnisse für die Bitumen- und Betonindus trie waren weltweit nicht mehr so gefragt.

Aber es gibt Hoffnung für Stahl- und Behälterbau. Das ist auch wichtig für den Standort zwischen Paschenstraße und B 106. Dort haben sich fünf Firmen zusammengeschlossen und den "Bama-Gewerbepark" gegründet. Modernisierungsinvestitionen sind in den letzten Jahren geflossen, beispielsweise in die Erneuerung des Heizsystems. Da ist der Wunsch vieler verständlich, dass SBL die wirtschaftliche Sanierung gelingen möge.

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