Angeschlagenes Ludwigsluster Unternehmen : SBL: Hauptkunde erklärt Vertrauen

<strong>Betriebsratsvorsitzender Jürgen Horn</strong>, Michael Kühn und Otmar Knirsch-Kraus (v.r.n.l.) haben Hoffnung. Gerade wird ein in ihrer Firma hergestellter Bitumentank verladen, der seinen Weg ins französische Calais antritt.<foto>uwe köhnke</foto>
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Betriebsratsvorsitzender Jürgen Horn, Michael Kühn und Otmar Knirsch-Kraus (v.r.n.l.) haben Hoffnung. Gerade wird ein in ihrer Firma hergestellter Bitumentank verladen, der seinen Weg ins französische Calais antritt.uwe köhnke

Ein Blitzbesuch des Hauptkunden von Stahl- und Behälterbau Ludwigslust lässt Hoffnung aufkeimen. Das angeschlagene Unternehmen geht mit einem besonderen Insolvenzantrag in die Offensive und will sich sanieren.

svz.de von
15. Januar 2013, 09:30 Uhr

ludwigslust | Die SBL Stahl- und Behälterbau Ludwigslust, Nachfolger der legendären Bama und Traditionsunternehmen mit 62 Mitarbeitern und sechs Auszubildenden, navigiert im schwierigen Fahrwasser. 50 Prozent Umsatzeinbuße seit der weltweiten Finanzmarktkrise 2008 - davon hat sich das Unternehmen nicht wieder richtig erholt. Die Spezialerzeugnisse für die Bitumen- und Betonindustrie waren weltweit nicht mehr so gefragt.

Die Folge waren Personalabbau und weitere Kostenreduzierung. Seit August letzten Jahres hat die Geschäftsführung ein Sanierungskonzept aufgelegt. Zusammen mit der Rechtsanwaltskanzlei Miedeck und Ziems aus Schwerin - erfahren in solchen Aufgaben - soll innerhalb von drei Jahren das Unternehmen wieder in der Erfolgsspur laufen. Im Dezember 2012 haben die Geschäftsführung und der Berater einen vorläufigen "Isolvenzantrag in Eigenverwaltung" gestellt. Wegen des umfangreichen Sanierungskonzepts hat das Amtsgericht Schwerin zugestimmt. Damit bleibt die Geschäftsführung unter Aufsicht eines Sachwalters im Amt und führt die Sanierung durch. Trotzdem war die Nachricht für die Belegschaft ein Schock. Gleichzeitig greift wegen des eingeschlagenen Weges Hoffnung um sich.

Die wird durch einen Blitzbesuch des Hauptkunden, der Ammann Asphalt GmbH Alfeld, in der letzten Woche genährt. Die Firma hat signalisiert, weiterhin auf den großen Erfahrungsschatz der SBLer zurückzugreifen und die Zusammenarbeit fortzuführen.

Geschäftsführer Thomas Schrapers betont: "Wir sind mit den in dieser schwierigen Phase sehr professionell handelnden Hausbanken und dem Wirtschaftsministerium in Kontakt, um für die Zukunft eine solide Finanzierung für das Unternehmen aufzustellen. Es bedarf großer Anstrengungen aller Beteiligten." Und Geschäftsführer Günter Kühn unterstreicht: "Seit Anfang Januar wird wieder mehrschichtig gearbeitet, um die vielen Aufträge termingerecht zu erfüllen." Für den Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Horn ist die Politik ebenfalls gefragt. Es könne nicht sein, dass den Werften Millionen zugeführt würden und ein Traditionsunternehmen im Spezialanlagenbau nicht mal eine Bürgschaft erhalte.

Thomas Schrapers und Günter Kühn haben das Unternehmen nach eigenen Aussagen 2005 in einem sehr maroden Zustand übernommen. Seitdem seien zwei Millionen Euro in Infrastruktur und Bausubstanz gesteckt worden. Trotz dieses Paketes an Maßnahmen hätten sich die wirtschaftlichen Eckdaten 2012 sehr verschlechtert. Geschäftsführung und Betriebsrat zeigen Einigkeit, dass es keine Alternative zu dem nun eingeschlagenen Weg gibt.

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