zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

18. Oktober 2017 | 07:59 Uhr

Ludwigslust : Sanddorn-Ernte bereits im Blick

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Einst als Vitamin-Ersatz in der DDR gezüchtet, erobert die kleine Beere in verschiedensten Variationen die neugierigen Gaumen

von
erstellt am 02.Jun.2014 | 07:00 Uhr

Wussten Sie, dass der größte ökologische Sanddorn-Anbauer Deutschlands in Ludwigslust sitzt? Es ist die Sanddorn-Storchennest GmbH – nur eine kleine Firma, die aber den Ruf Ludwigslusts weit über die Grenzen des Landkreises hinausträgt. Sie hat sieben Mitarbeiter. Geschäftsführerin ist seit November 2011 Silvia Hinrichs. 19 Jahre zuvor, am 6. November 1992, war die Sanddorn-Storchennest GmbH aus der Abteilung Obstbau der Produktivgenossenschaft „Storchennest“ heraus gegründet worden. Und dieses Unternehmen gehört zu Ludwigslust wie das Schloss, der Park und die Linden. Das Gründungsdatum der Genossenschaft datiert bereits aus dem Jahre 1960.

Sanddorn ist der größte Ertragszweig aus der ökologischen Landwirtschaft, wofür die Sanddorn-Storchennest GmbH einst gegründet wurde. 118 von den 382 Hektar sind mit den Sträuchern bepflanzt. Der andere Teil sind Getreide, Kleegras und Stilllegungsflächen.

Sanddorn braucht schon Aufmerksamkeit, wenn er gedeihen soll. Die Neuanpflanzung ist jedes Jahr ein Thema, jeweils zehn Hektar im Schnitt. „2013 und 2014 sind es durch die Ausgleichsmaßnahmen im Zuge des Baus der A 14 ein bisschen mehr“, sagt Silvia Hinrichs, die mit „Storchennest“ seit 40 Jahren verbunden ist. Durch die Baumaßnahmen hatte das Unternehmen in der Nähe des Ludwigsluster Heldenhains Anbaufläche verloren, die es nun in größerem Umfange nahe Weselsdorf ersetzt bekommt.


Vitaminbombe aus der Wissenschaft


Viele wissen noch, dass seinerzeit die DDR aufgrund Mangels an Rohstoffen ständig auf der Suche nach Ersatz war. So auch in der Ernährungsbranche. Auf der Jagd nach Vitaminbomben war man auf den Sanddorn gestoßen, der zudem auch auf anspruchslosen Böden zurechtkommt. Forschungen an der Humboldt-Universiät Berlin führten zur immer besseren Kultivierung. Um 1980 kam der Sanddorn nach Ludwigslust. Drei Hektar wurden zunächst bepflanzt. Die Sorte „Leikora“ ist damals wie heute immer noch die Hauptanbausorte. Der Sanddorn habe sich für Ludwigslust angeboten, sagt die Geschäftsführerin. Trockene Böden, dazu Spätfröste – für den Obstbau ist das schwierig. Sanddorn hingegen kommt mit vielem zurecht.

Bis zur politischen Wende in der DDR wurden vor allem Säfte produziert. Danach hat sich das Sortiment wesentlich weiterentwickelt. Aufstrich, Konfitüren, Kosmetika, selbst gemischte Tees, Spirituosen, Süßwaren… Die Palette des Angebotes ist breit.


Direktvertrieb spielt große Rolle


Der Direktverkauf spielt eine große Rolle. Die Kunden wohnen im gesamten norddeutschen Raum, auch in Berlin und Dänemark. „Wir haben ebenfalls Gelegenheiten genutzt, uns in München und Stuttgart zu präsentieren. Aber das ist schwierig. Die Konkurrenz in Süddeutschland ist stark“, erklärt Silvia Hinrichs.

Ein Unternehmen nahe Fulda verarbeitet für die Ludwigsluster die Produkte. Der Sanddorn-Secco, vor drei Jahren herausgebracht, etabliere sich gut, sagt sie. Ein Getränk, das besonders Frauen lieben. Auf der „Biofach 2013“, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, haben die Ludwigsluster ihren Sanddorn-Senf erfolgreich vorgestellt. Neue Teemischungen werden momentan ausprobiert. Und es gibt bereits Vorbereitungen mit einer Brauerei, Sanddorn-Bier zu brauen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen