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Ludwigsluster Tageblatt

22. Oktober 2017 | 09:58 Uhr

Ludwigslust : Russische Fellmütze als Geschenk

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bildhauer Michael Bobzin gibt Wissen über sein Handwerk gern weiter / Privat und beruflich viel in der Natur unterwegs

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2015 | 07:26 Uhr

Andere Menschen für sein Handwerk begeistern – das möchte der gebürtige Lübzer Michael Bobzin. Er lebt in Ludwigslust und arbeitet hier als Bildhauer und Steinmetz. „Es macht Spaß, mit Licht und Schatten zu spielen und so Bewegung in dem Stein zu erschaffen“, sagt der 39-Jährige und zeigt am Ludwigsluster Schloss auf Verzierungen an der Hauswand, an denen er mitgewirkt hat. Im SVZ-Gespräch mit Sophie Stange hat er zudem persönliche Einblicke gewährt und sich den Fragen zum Wochenende gestellt.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Ich bin gern im Schlosspark mit meinen zwei Hunden unterwegs. Dort kann ich meinen Kopf freibekommen.

Was würden Sie als Bürgermeister von Ludwigslust sofort verändern?

Ich würde mehr Zeit investieren, um die Jugend zu fördern. Die Kids sind unsere Zukunft – das dürfen wir nicht vergessen. Aus diesem Grund sollte ein größeres Angebot geschaffen werden.

Wo kann man Sie derzeit am ehesten treffen?

Mich findet man oft in der Natur. Früher war ich viel auf Dorffesten, um die Menschen mit meinem Handwerk zu begeistern und ihnen die Grundtechniken näherzubringen. Mittlerweile bin ich aber eher auf den großen Festen wie beispielsweise dem Ludwigsluster Barockfest anzutreffen.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich habe als Schüler Steine auf einem Acker gesammelt. Zudem habe ich Holz gehackt oder beispielsweise Hühner eingefangen, die zum Schlachten gebracht werden sollten.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich habe mir von dem ersparten Geld ein Motorrad gekauft.

Was würden Sie gern können?

Ich würde gerne in bestimmten Situationen diplomatischer sein. Ich bin ein direkter Mensch, und das kommt nicht bei jedem immer so gut an.

Was stört Sie an anderen?

Ich mag keine neidischen Menschen. Ich sag’ mir dann aber immer: Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man umsonst.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Ich arbeite auch viel mit Kindern zusammen und versuche, sie für das alte Handwerk zu begeistern. Dabei lache ich oft über die Witze von den Kleinen.

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Ich habe geflucht und mich geärgert, dass einem immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Aber ich weiß auch, dass man aus diesen Erlebnissen lernen sollte und diese einen stärker machen.

Wer ist ihr persönlicher Held?

Mein Held ist der inzwischen verstorbene Heinz Bofinger aus Ludwigslust. Ihn habe ich damals im Stadtpark kennengelernt, und er hat mein Potenzial gesehen. Zudem hat er mir die Stadt nähergebracht.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Wenn ich die Zeit finde, dann lese ich an mehreren Büchern gleichzeitig. Meine Lieblingsbücher sind „Spur der Steine“ und „Mensch ärgere dich nicht“. Ersteres hatte mich zum Handwerk gebracht.
Wo trifft man Sie eher: Bei einem Fußballspiel oder bei einem Wettkampf in der Rhythmischen Sportgymnastik?

Fußball ist nicht so meins.Ich fahre lieber Fahrrad.

Wen würden Sie gern mal treffen?

Ich würde gern mit dem Papst sprechen und ihm sagen, dass er noch deutlicher mit seinen Botschaften sein soll.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

„Ich bin wieder hier in meinem Revier“ von Marius Müller-Westernhagen. Damals bin ich viel gereist. Doch nirgends war es so schön wie in Mecklenburg-Vorpommern. Das Lied steht symbolisch für meine Rückkehr in die Heimat.

Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch – griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?

Da kann ich mich jetzt gar nicht festlegen. Ich esse einfach bewusst.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Ich schaue nicht viel Fernsehen.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gern und von wem haben Sie es bekommen?

Meine Urgroßmutter hatte mir eine russische Fellmütze geschenkt, weil ich schon als Kind viel draußen war.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Ich würde gern einmal um die Welt reisen. Vor allem China oder Russland wären interessante Reiseziele.

Was machen Sie als Rentner?

Als selbstständiger Handwerker bekommt man keine Rente. Ich möchte gerne auch bis zum Schluss werkeln.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Ich würde Joachim Voll vorschlagen. Er ist sehr engagiert und einer meiner Schüler.

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