Ludwigslust : Rundgang mit dem „Baumeister“

Manfred Röhl erklärt den Besuchern aus Güstrow die Bauwerke am Schlossplatz in Ludwigslust. Fotos: andreas münchow
Manfred Röhl erklärt den Besuchern aus Güstrow die Bauwerke am Schlossplatz in Ludwigslust. Fotos: andreas münchow

Hobby-Stadtführer Manfred Röhl mit Besuchergruppe aus Güstrow unterwegs in Ludwigslust

svz.de von
28. September 2017, 21:00 Uhr

„Gestatten, ich bin Friedrich Georg Groß, Landbaumeister und Hofbaumeister in Ludwigslust.“ Gespannt lauschen die Besucher den Ausführungen des berühmten Baumeisters, der von 1791 bis 1837 gelebt hat.

Daraus ist schon ersichtlich, dass wir es nicht mit dem echten Hofbaumeister von einst zu tun haben. Doch Manfred Röhl kennt sich aus in der Baugeschichte vieler Ludwigsluster Gebäude und führt mehrmals im Jahr Besucher der Stadt zu deren Sehenswürdigkeiten.

„Als Ludwigsluster habe ich über 20 Jahre lang alle Informationen besonders über Gebäude und den Schlosspark gesammelt“, erzählt der 66-Jährige, während er auf dem Parkplatz an der Friedrich-Naumann-Allee auf eine angemeldete Besuchergruppe aus Güstrow wartet – übrigens in einer Zimmermannskluft mit entsprechendem Werkzeug. „Ich bin zwar kein Zimmermann, aber dessen Arbeit interessierte mich schon immer“, lacht Manfred Röhl, der einst in Weimar Bauwesen studiert hat. „Von dort stammt eigentlich auch die Idee, solche Rundgänge durchzuführen. Denn ein ehemaliger Kommilitone von mir führt in Weimar Parkführungen als Gärtner oder Goethespaziergänge als Postbote durch“, verrät Manfred Röhl, der seine berufliche Tätigkeit vor einigen Jahren im Bauamt Neustadt-Glewe beendet hat.

Inzwischen hat die Besuchergruppe aus Güstrow den Treffpunkt erreicht. Nachdem sich Manfred Röhl vorgestellt hat, beginnt die Führung. „Ludwigslust ist bekannt für seine vielen Achsen. Jede ist etwa 620 Meter lang“, erläutert Röhl. Der Weg führt zunächst zum Rittmeisterhaus in der Schlossstraße und dem gegenüberliegenden Hotel de Weimar, wo die Gäste unter anderem erfahren, dass der Name des Hotels an Caroline Louise von Sachsen-Weimar-Eisenach erinnert, der Tochter eines Goethefreundes.

Weiter geht es zum Schloss und schließlich in den Park, wo die Besucher aus Güstrow unter anderem das Helenen-Paulownen-Mausoleum besichtigen. „Kann man auch in das Mausoleum?“, will eine Besucherin wissen. „Leider nur ganz selten, zum Beispiel während des Tages des offenen Denkmals“, antwortet Manfred Röhl, der anhand des Mausoleums auch erklärt, welche internationale Bedeutung Ludwigslust im 19. Jahrhundert hatte.

Während die Gäste Fotos „schießen“, sagt Manfred Röhl dem Reporter, das er seit etwa drei Jahren solche Führungen veranstaltet. „Nicht sehr viele im Jahr, aber es macht Spaß, eben weil ich mich für die Geschichte und Bauten interessiere.“ Manche Besucher würden kommen, weil sie von seinen Führungen gehört haben, manchmal rufe auch die Stadt an, ob er Rundgänge durchführen könne, so Manfred Röhl.

Zu den ein Dutzend Besuchern an diesem Nachmittag gehört auch Jeannette Migge. „Wir gehören beruflich zusammen und sind sehr kulturinteressiert. Da ist der Rundgang hier für uns richtig interessant“, sagt sie.

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