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Ludwigslust-Parchim : Rufbus soll bitte bis 22 Uhr fahren

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Forum zum Kreisentwicklungskonzept bleibt länger geschaltet: Bürger machen sehr konkrete Vorschläge

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2016 | 20:45 Uhr

Gute Nachricht: Die Bürgerbeteiligung beim Kreisentwicklungskonzept 2030 bleibt länger online. Eigentlich wäre heute die erste Phase der direkten Einmischung abgeschlossen, bevor nach einer Zukunftskonferenz im Herbst die zweite Phase startet. Jetzt können Bewohner des Landkreises (auch) den Politikern bis auf Weiteres ihre Ideen aufschreiben.

Die Vorschläge bleiben garantiert nicht folgenlos. Sie fließen wie die Arbeit der Regionalkonferenzen in ein Zukunftskonzept ein, das dann im Herbst erneut breit diskutiert werden kann. Joachim Müller, Fachdienstleiter Regionalmanagement: „Wir wollen ein lebendiges dynamisches Konzept. Es wird nicht im Herbst aufhören.“

Mit dieser Art der direkten Beteiligung wagt sich der Landkreis weit vor. Andere haben es sich einfacher gemacht und die Arbeit Expertenzirkeln überlassen. Bisher allerdings ist die Resonanz im Online-Forum eher verhalten. Ganze 23 Beiträge sind bisher eingegangen. Spaßvögel wie jene, die auf den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump verweisen, sind die absolute Ausnahme.

Die Diskussion verläuft durchaus konstruktiv, wobei keine ellenlangen Essays gefordert sind. So spricht zum Beispiel der Grebbiner Maik Kindler kurz und knapp vielen jungen Leuten aus der Seele: „Ich würde mir wünschen, das gerade die Jugendlichen im ländlichen Raum mehr Unabhängigkeit durch die Einführung des Rufbusses bekommen. Das Fahrzeitfenster sollte unbedingt bis 22 Uhr ermöglicht werden.“

Eine Teilnehmerin sieht das Forum kritisch: „In 25 Jahren Demokratie haben wir gelernt, dass wir zwar gefragt werden, letztlich ist es jedoch egal, was wir sagen.“ Dann folgt ein Plädoyer für die Dörfer: „Unser Land ist das Land der großen und kleinen Dörfer. Sie haben ihre Geschichte, ihre Traditionen, ihren eigenen Dialekt. Eine Zusammenlegung aus Kostengründen ist Vergewaltigung. Dadurch wird nichts einfacher.“

Dass das Kreisentwicklungskonzept nicht der Versuch sein solle, neue Fusionen durchzudrücken und letztlich die Beteiligung als Alibi zu benutzen, haben die Verantwortlichen bisher betont.

In der Tat sind alle Inhalte – ob Regionalforen oder direkte Kommentare – dokumentiert. Fasst man die Eindrücke zusammen, so lässt sich jetzt schon sagen, dass sie auf eine Stärkung der ländlichen oder dörflichen Identität hinauslaufen: Bessere Finanzausstattung der Gemeinden, mehr Mobiltät, mehr Ärzte.

Kurzum: Die Bürgerbeteiligung macht es den Vereinfachern oder Zusammenlegern eher schwieriger.

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