Ludwigslust : Rotbuche gegen Stürme geschützt

Baumpfleger Martin Berg von der Firma Hanseatic Treework aus Bremen bei der Arbeit in luftiger Höhe.
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Baumpfleger Martin Berg von der Firma Hanseatic Treework aus Bremen bei der Arbeit in luftiger Höhe.

Bremer Baumspezialisten führten im Schlosspark Ludwigslust Schutz- und Sicherungsmaßnahmen aus

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01. September 2017, 19:00 Uhr

Hoch oben in der Krone der Rotbuche sind Stimmen zu hören. Martin Berg und sein Kollege André Schnackenberg sind dabei, in luftiger Höhe von gut 20 Metern Stahlseile zu befestigen. Zuvor werden die toten Äste und Teile des ausladenden Kronenteils eingekürzt. Beide sind Fachagrarwirte für Baumpflege und Baumsanierung der Firma Hanseatic Treework aus Bremen. Das Unternehmen führt hier nahe des Louisen-Mausoleums im Ludwigsluster Schlosspark einen speziellen Baumpflegeauftrag aus. „Wir wollen damit die Standsicherheit des Baumes erhöhen“, so Treework-Geschäftsführer Stefan Schwarz, der mit seiner Firma im Auftrag der BBL – Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes Mecklenburg-Vorpommern – im Schlosspark am Werk ist. „Die Buche steht noch, aber sie ist nicht sehr standsicher bei Sturm und starkem Wind. Durch Verankerung im Boden mit Stahlseilen und Erdanker wollen wir die Widerstandskraft des Baumes erhöhen“, ergänzt der Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, zugleich auch Sachverständiger für Baumdiagnose. Diese Erdanker sind notwendig, weil die Rotbuche als Solitärbaum eine große Segelfläche hat, wie es in der Fachsprache heißt. Sprich der Baum kann durch seine Blätter, Äste und Kronenwerk mehrere Tonnen Last aufnehmen – und da muss man dagegenwirken, damit die Buche bei starkem Wind und Sturm gesichert ist.

Minibagger gräbt Löcher in den Boden

Mit einem Minibagger werden Löcher gegraben, die Erdanker werden dann mit einer Ramme rund drei Meter tief in den Boden getrieben, wo sie dann aufgeklappt und unter der Erde versiegelt werden.

„Für uns ist es wichtig, den natürlichen Baumbestand im Schlosspark, der den Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebietsstatus hat, zu erhalten. Und dazu gehört eben auch die Schutzmaßnahme für die rund 150 bis 200 Jahre alte Rotbuche. Der Baum ist im Stammfußbereich mit dem Brandkrustenpilz befallen, der die Wurzeln gefährdet“, ergänzt Charlotte Klawonn vom Fachbereich Staatliche Schlösser und Gärten im BBL. „Die Buche ist ein Potenzialbaum für den geschützten Eremitenkäfer, aber eine Besiedlung ist bislang noch nicht festgestellt worden. Im vergangenen Jahr haben wir ein Baumgutachten erstellen lassen, das deutlich machte, dass die Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Deshalb ist jetzt die spezielle Baumsicherungsmaßnahme in Auftrag gegeben worden, um die Buche, die zu den bedeutendsten Bäumen im Schlosspark gehört, zu erhalten und nicht eines Tages fällen zu müssen.“

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