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Ludwigsluster Tageblatt

17. Oktober 2017 | 19:07 Uhr

Rollkommando bremste Gewalttäter

vom

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2011 | 06:11 Uhr

Ludwigslust | Binnen Minuten war vorgestern gegen 20 Uhr die Schweriner Straße in Ludwigslust mit zuckenden Blaulichtern und von zig Martinshörnern erfüllt. Von der Polizeiinspektion in der Grabower Allee waren 14 Einsatzkräfte von Polizei und Kripo dorthin alarmmäßig ausgerückt, um bei einer gemeldeten Schießerei einzugreifen. Glücklicherweise war kein Schuss gefallen, allerdings musste das Rollkommando drei Männer im Alter von 17 bis 31 Jahren wegen des Verdachts der "Schweren Körperverletzung" vorläufig festnehmen, informierte gestern eine Polizeisprecherin gegnüber der SVZ.

Das war passiert: Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll es sich um einen häuslichen Streit zwischen drei Männern und einem 32-jährigen Ludwigsluster gehandelt haben. Sie wohnten dicht an dicht in zwei Wohnungspartien. Deshalb sei die Angelegenheit von der Polizei auch als "Nur auf Anfrage" für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Der handfeste Terror, mutmaßlich durch die drei polizeibekannten Festgenommen aus der Nachbarwohnung verübt, hatte kriminelle Brisanz: Das Opfer bangte um sein Leben, rief die Polizei per Telefon, weil er das Zerbersten einer Fensterscheibe als Schuss gedeutet hatte.

Polizei roch Reizgas in der Wohnung des Opfers

Tatsächlich sei jedoch wohl durch die gewaltsam zum Splittern gebrachte Scheibe sehr viel Reizgas in die Wohnung des Opfers gesprüht worden. Ob das Gas im Behälter oder gesprayt in die Wohnung gelangte, das gäben die Ermittlungen bislang noch nicht her. Die ins Haus gestürmten Beamten bemerkten jedoch deutlich diesen markanten Nebel, erklärte die Pressesprecherin am Telefon.

Die Nachbarschaft war in der gesamten Einsatzzeit in heller Aufregung. Wie im Nachhinein von Anwohnern der Schweriner Straße zu erfahren war, seien sie wegen des massiven Sondereinsatzes und wegen des Abführens des Trios von einer Gewalttat ausgegangen. Die Angst steckte einigen Beobachtern des nächtlichen Geschehens noch Stunden später in den Gliedern.

Die drei offensichtlich dringend Tatverdächtigen wurden kurz nach Eintreffen der Einsatzkräfte in der Nachbarwohnung des ebenfalls der Polizei bekannten Opfers angetroffen und in Gewahrsam genommen. Weshalb der Nachbarschaftsstreit überhaupt eskalierte, das versuchen nun Ermittlungsbeamte herauszubekommen. Möglichlicherweise könnte ein Streit zwischen den Männern dem Reizgaseinsatz vorausgegangenen sein. Doch auch die Polizei kann darüber bis jetzt nur spekulieren. Sicher ist nur: Nach den polieilichen Vernehmungen wurden die mutmaßlichen Angreifer innerhalb von zwei Stunden bis 22.30 Uhr wieder auf freien Fuß gesetzt.

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