Brunow : Roggenernte in historischen Trachten

Erinnerungsfoto der Teilnehmer an der historischen Getreideernte bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel.  Fotos: M. Seifert
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Erinnerungsfoto der Teilnehmer an der historischen Getreideernte bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Fotos: M. Seifert

Ältere und auch jüngere Brunower waren gestern der Einladung des Dorfvereins gefolgt und hatten sich auf einem Schlag bei Bauerkuhl eingefunden

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10. August 2015, 07:00 Uhr

Alte Techniken vom Einbringen der Ernte mit der Sense bis hin zum Binden und Aufstocken - all das war gestern auf einem Roggenschlag bei Bauerkuhl, einem Ortsteil der Gemeinde Brunow zu erleben. Bürgermeisterin Heike Bartczak und Helge Dieckmann, der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Brunow e.G., konnten mit der Resonanz zufrieden sein. 34 ältere und jüngere Brunower waren dem Aufruf des Dorfvereins gefolgt und hatten sich am Sonntagvormittag bei bestem Sommerwetter am Feld eingefunden, um mit Gleichgesinnten wie zu Großmutters Zeiten in historischen Trachten und mit alten Gerätschaften das Korn einzubringen. Das war vor allem für die Jüngeren unter den Schaulustigen noch eine ganz neue Erfahrung. So wurden denn auch fleißig Fotos geschossen, um das zum einen für die Dorfchronik und zum anderen im privaten Fotoalbum den nachfolgenden Generationen zu erhalten.

„Wir freuen uns als Dorfverein und Agrargenossenschaft, dass so viele hier mitmachen“, sagte gestern am Rande des Geschehens Helge Dieckmann. Fast auf den Tag genau vor drei Jahren hatten sich die rührigen Brunower schon einmal zur Roggenernte wie vor hundert Jahren getroffen. Und wer gestern am Feldrand gesehen hat, was das bei sengender Hitze für eine schweißtreibende und körperlich schwere Arbeit per Hand ist, der kann den Hut gar nicht tief genug ziehen vor den Landleuten, für die das vor hundert Jahren der Alltag war. Garbe für Garbe wurde aufgestockt, die Älteren beherrschen noch die Technik des Garbenbindens, da konnte auch die Bürgermeisterin noch etwas dazu lernen. „Ein Viertel Hektar, das sind 2500 Quadratmeter, war damals pro Mann das Tagesziel“, so Helge Dieckmann, das hatte ihm sein Großvater Karl Dieckmann erzählt. „Ein Mähdrescher unserer Agrargenossenschaft schafft heute 30 Hektar am Tag.“ Vor hundert Jahren waren also 120 Leute nötig gewesen, um das zu ernten, was heute hochmoderne Maschinen an einem Tag schaffen.

Vergangenheit und Gegenwart in der Landwirtschaft - das wurde nicht nur gestern in Gesprächen und Erinnerungen am Feldrand lebendig, das wird auch beim großen Festwochenende der Brunower bei ihrer 675-Jahr-Feier zu erleben sein. „Die gestrige historische Getreideernte war die Vorbereitung für das Dreschen mit einem alten Dreschkasten“, wirft Helge Dieckmann schon einmal einen Blick voraus auf das bunte Programm, das vom 18. bis 20. September 2015 Alt und Jung gut unterhalten wird. Bereits am Freitag, dem 18. September, geht es ab 17 Uhr los. „Wir laden alle Brunower und unsere Gäste zu einem historischen Dorfrundgang ein, danach gibt es ein gemütliches Beisammensein im Festzelt. Und am Sonnabend steigt dann der große Festumzug“, so Bürgermeisterin Heike Bartczak.

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