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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 14:09 Uhr

Klein Wangelin : Roboter hören auf sein Kommando

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

André Mewes aus Klein Wangelin gründete vor zehn Jahren die MRA GmbH

Modelleisenbahn für Große, nennt André Mewes seinen Beruf. Dabei ist das, womit sich der 36-Jährige im April 2005 selbstständig gemacht hat, alles andere als leicht. In seinem Büro – einem umgebauten Schuppen – auf einem Hinterhof in Klein Wangelin tüftelt er – an neuen Software-Programmen für Roboter. Mittlerweile gehören zur Mewes Robotics & Automation GmbH (MRA) neun Angestellte und ein Geschäftsführer – André Mewes.

Vier große Monitore bilden einen Halbkreis um den Schreibtisch des MRA-Geschäftsführers. Auf einigen sind Tabellen und Zahlen zu sehen, auf anderen Formeln – streng geheim. „Die Konkurrenz ist groß“, verrät André Mewes. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass vieles erst einmal geheim bleibt. Nicht alles darf verraten werden, woran der Klein Wangeliner und seine Kollegen arbeiten.

Im April dieses Jahres feierte seine Firma 10-jährigen Geburtstag. Ein kleines Jubiläum. Mittlerweile besteht die Firma in drei verschiedenen Bereichen: Industrieroboter, Steuerungstechnik und Waagenservice. „Unser Aufgabenspektrum ist breit gefächert. Wir programmieren unter anderem die Prozess- und Produktionsabläufe in einem Roboter“, erklärt der 36-Jährige. Die MRA GmbH ist ein Dienstleister im weitesten Sinne. „Wir bilden die Mensch-Maschine-Schnittstelle ab. Die Roboter sollen in ihren Bereichen und in den Firmen, in denen sie zum Einsatz kommen, nahezu autark arbeiten. Auch die einfachsten Berufsbilder müssen mit ihnen umgehen können“, erklärt André Mewes. Bis alle Roboter aber auf sein Kommando hören, ist es oftmals ein weiter Weg. „Unsere Kunden wissen manchmal gar nicht, was sie genau wollen. Wir begleiten sie, denn es gibt vielseitige Wege, die zum Ziel führen“, so der Klein Wangeliner.

André Mewes stammt gebürtig aus Neubrandenburg. Seine Leidenschaft für Roboter entdeckt der gelernte Elektroinstallateur erst später nach seiner Ausbildung. Im November 1999 kommt er zum ersten Mal in Braunschweig mit Robotern in Kontakt. „Seitdem bin ich am Ball geblieben.“ An seinem Beruf fasziniert ihn vor allem eines. „Am Ende kann ich sehr gut sehen, was alles aus einem Stück Blech werden kann. Wenn etwas zum Leben erweckt wird, ist das schon ein wahnsinniges Gefühl.“

Mercedes, Audi, Volkswagen, KUKA – sind nur wenige Namen, die André Mewes nennen darf. Kunden hat er aber mittlerweile nicht nur in Deutschland, sondern auch über die Landesgrenze hinaus: Tschechien, Österreich und die USA. Robotertechnik made in Klein Wangelin. „Unsere Qualität liegt uns sehr am Herzen. Keine Software geht hier raus, ohne vorher getestet worden zu sein“, verdeutlicht er. Dazu gehören auch die drei Übungs-Roboter, die in Klein Wangelin stehen. „Wir haben drei verschiedene Schulungsgeräte. Jeder Hersteller programmiert anders. Wir machen vor Ort beim Kunden das Roboter-Training, damit jeder Angestellte mit dem Gerät umgehen kann.“ Pläne hängen an der Magnettafel hinter André Mewes’ Schreibtisch. Ein neues Projekt. „Das hat bislang niemand angefasst.“ Deshalb ist es streng geheim. Nur soviel: „1,5 Millionen Bauteile kann der Roboter am Ende alleine bauen. Niemand braucht den Roboter dafür bedienen oder anfassen“, erklärt André Mewes. Dafür schreibt er die komplette Software – neu und made in Klein Wangelin. Die Maschine, die Möbelteile anfertigt, und zu der der Roboter gehört, ist 44 Meter lang. Eben Modelleisenbahn für Große.

 

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