zur Navigation springen

THW probt Ernstfall in Malliß : Rettung im Trümmerfeld

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

THW und ASB proben in Malliß den Ernstfall nach simuliertem Unglück mit fünf Kindern in Alter Ziegelei

svz.de von
erstellt am 11.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Erst am Freitagabend hatten die THW-Helfer ihren neuen Gerätekraftwagen feierlich in Empfang genommen. Und keine zwölf Stunden schon später verlässt das Fahrzeug mit Blaulicht die Halle in Ludwigslust. Die Leitstelle in Schwerin meldete am Sonnabendmorgen ein Unglück an der Alten Ziegelei in Malliß. Kinder sollen auf dem gesperrten Gelände in einer Ruine versucht haben, eine Tür aufzuhebeln. Dabei kippte die Wand und begrub ein Kind unter sich. Ein zweites stürzte durch den Fußboden in den Keller.

Die Meldung erreicht die ehrenamtlichen THW-Helfer in Ludwigslust bei ihrem regulären Wochenend-Dienst. „Wir wollten gerade die Tankfüllungen prüfen, da kam der Befehl zum Aufsitzen“, sagt Tobias Kascheck. Erst als sich die Mannschaft in Malliß vor dem Wagen aufstellt, ahnt Kascheck, dass dieser Einsatz eine Übung ist. „Trotzdem rast einem das Herz“, sagt er. Das Szenario vor Ort wirkt real: Ein Junge erzählt aufgeregt von dem Unglück. Tobias Kascheck wird dem Erkundungstrupp zugeteilt. Er klettert über Schuttberge und ruft nach den Verletzten. Einem Opfer kann geholfen werden. THW-Helfer befreien es unter einem Pfeiler, tragen es heraus - ASB-Sanitäter übernehmen die Versorgung im aufgebauten Zelt. Das zweite Opfer, simuliert durch eine 80 Kilo schwere Dummy-Puppe, bergen die Helfer tot aus dem Keller.

THW-Übungsleiter Matthias Gabriel beobachtet das Geschehen. „Wir machen diese Übungen mindestens zwei Mal im Jahr. Aber ein so realistisches Umfeld wie hier hatten wir noch nie“, sagt er. Er lässt die Helfer arbeiten, ohne einzugreifen. „Sie sollen selber merken, was geht und was nicht.“ So hatten die Jungs erst versucht, das Opfer mit einem Bergeschlepper durch den Tunnel zu ziehen. Dann aber gemerkt, dass die Trage zu klein ist und auf einen Schleifkorb gewechselt. Einsatzleiter Daniel Ruppe ist zufrieden: „Bis auf kleinere Probleme mit den Funkgeräten hat das heute gut geklappt“, sagt er. „Wir sind hier ohne Stammbesetzung mit zum Teil noch jungen unerfahrenen Helfern. Für sie war der Tag heute sehr lehrreich.“

Auch das neue Geräte-Fahrzeug habe seine Feuertaufe bestanden. Der „GKW1“ sei das ideale Fahrzeug für derartige Einsätze, sagt Matthias Gabriel. „Dank Allrad und 285 PS kommt das Fahrzeug über jedes noch so unwegsame Gelände.“ Der blaue GKW wird nicht lange still stehen - die nächste Übung ist schon in Planung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen