neustadt-glewe : Rettung für das schiefe Haus

Planer Thomas Rebhan berät mit Bauunternehmer Markus Josl aus Spornitz, Bauleiter Olaf Winkelmann, Vorarbeiter Torsten Knade (beide MUT) sowie Silvia Neumann vom Bauamt Neustadt-Glewes (v. r.) den Fortgang der Arbeiten. Fotos: andreas münchow
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Planer Thomas Rebhan berät mit Bauunternehmer Markus Josl aus Spornitz, Bauleiter Olaf Winkelmann, Vorarbeiter Torsten Knade (beide MUT) sowie Silvia Neumann vom Bauamt Neustadt-Glewes (v. r.) den Fortgang der Arbeiten. Fotos: andreas münchow

Komplettsanierung von knapp 290 Jahre altem Gebäude in Neustadt-Glewe in vollem Gange / Zwei Wohnungen entstehen hier

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13. Juni 2017, 21:00 Uhr

„Langsam aber sicher hat sich das Haus in all den Jahren nach außen weggebogen“, konstatiert Thomas Rebhan vom Ludwigsluster Büro Architekten und Ingenieure Kaschig+Schilling. Jetzt soll das schiefe Haus von Neustadt-Glewe wieder gerichtet werden. Und natürlich noch viel mehr: Das Gebäude in der Rudolf-Breitscheid-Straße 22 wird bis Februar 2018 in altem Glanz als Wohnhaus erstrahlen. Vor kurzem begann die Komplettsanierung. Das Ludwigsluster Architektenbüro ist für Planung und Baubegleitung zuständig.

Kurzer Rückblick in die Geschichte: Es handelt sich um eines der ältesten noch erhaltenen Wohnhäuser Neustadt-Glewes, um 1730 nach dem Stadtbrand von 1728 errichtet.

Schiefe Wände, fehlende Bodendielen, Tapetenreste an den Wänden und noch manch andere „Katastrophe“ erwarteten die Bauleute kürzlich. Angesichts des Zustands des Hauses haben Experten eine ganz besondere Sorge, dass nämlich der Bau in sich zusammen fallen könnte. Umso wichtiger ist hier behutsames Vorgehen, was Thomas Rebhan auch auf der jüngsten Bauberatung betonte. „Nachdem Fußboden und Decke raus sind, ist die Absteifung durch ein Gerüst als Sicherung wichtig“, erklärte er gegenüber SVZ. Die Bauleute nehmen bis auf die Mittelwand nämlich alle inneren Wände ab. „Wir mussten äußerst vorsichtig zu Werke gehen“, erläutert Vorarbeiter Torsten Knade von der Ludwigsluster Firma MUT, die als Subunternehmer für das Spornitzer Bauunternehmen Josl den Abriss vornimmt. „Denn gerade beim Fachwerk ist das Ganze schwierig, weil sich vergammeltes Holz zerlegen kann.“ Trotzdem hoffen die Experten, dass so viel altes Holz wie möglich wieder verwendet werden kann. Denn auch der Denkmalschutz muss beachtet werden.

Gleich zu Beginn der Arbeiten übrigens haben die Bauarbeiter den hinteren Teil des Hauses mit dem Balkon abgerissen. Den Anbau des Balkons hatte in der 1930er-Jahren Stadtinspektor Gottlieb, dem das Haus einst gehörte, veranlasst. Auf der nun frei gewordenen und der Stadtkirche zugewandten Fläche hinter dem Haus soll eine Sitzterrasse für die Erdgeschosswohnung entstehen. Die Wohnung im Obergeschoss erhält einen Balkon.

Silvia Neumann vom Neustädter Bauamt: „Auf Terrasse und Balkon kann man dann wunderbar die Ruhe mit Blick auf Kirche beziehungsweise Burgwiese genießen.“

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