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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 13:17 Uhr

Grabow : Reste alter Hofstelle freigelegt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bei den Bauarbeiten zur Gestaltung des Kirchenplatzes in Grabow haben Archäologen alte Fundamente von Häusern nach 1725 entdeckt

Rolf Schulze markiert die Fundstelle auf dem Areal am Kirchenplatz in Grabow. Die schwarz-weißen Stäbe weisen auf ein historisches Pflaster hin, dass der Archäologe im Zuge der Bauarbeiten an der Grabower Kirche entdeckt hat. „Es handelt sich um Straßenpflaster, genauer um Hofpflaster. Zum Datum, aus welchem Jahr es genau stammt, können wir noch nichts sagen. Wir stehen erst am Anfang unserer Untersuchungen“, so Rolf Schulze gestern beim Ortstermin mit der SVZ. Immer wieder greift der Archäologe zur Kamera, um es später am PC genau dokumentieren zu können. „Es ist wunderbares Wetter zum Dokumentieren, die Lichtverhältnisse sind dazu nahezu ideal.“

Mit dem Nivelliergerät wichtige Daten ermittelt

Wenige Meter weiter sind Reste eines Fundaments aus Ziegelsteinen zu sehen, eine weitere Fundstelle befindet sich am Anbau des Turms der Kirche. Hier hat Rolf Schulze auch sein Nivelliergerät aufgestellt, um anhand vorhandener Messpunkte an der Kirchenmauer die Höhe des Gebäudes ermitteln zu können, das hier einmal stand und von dem noch steinerne Reste übrig sind.

Unmittelbar neben der Fläche, die die Bauleute der Firma Tief- und Straßenbau Haack & Stewering Grabow bearbeiten, sind die Mauerreste eines Gebäudekomplexes freigelegt, mit Spuren der dazugehörenden Hofstelle, es könnte sich hier um den einstigen Innenhof des Hauses handeln. „Die Häuser stammen nicht aus dem Mittelalter, sondern aus der frühen Neuzeit. Entstanden sind die Gebäude nach dem Stadtbrand im Jahr 1725, um 1800 waren sie schon wieder verschwunden“, so Rolf Schulze, der seine Grabungsarbeit in der letzten Woche an diesem Standort wieder aufgenommen hatte. Die Dokumentation der Funde soll bis Ende der nächsten Woche abgeschlossen sein.

Während Rolf Schulze die Fundstellen begutachtet und alles mit seiner Kamera und auf Fototafeln festhält, sind die Bauleute an der Nordseite der Kirche dabei, zwei Probefelder anzulegen. „Dabei wird der Boden geprüft, ob er verdichtungsfähig ist, um den Aufbau zu machen. Das alles sind vorbereitende Arbeiten zur neuen Oberflächengestaltung des Kirchenplatzes im 2. Bauabschnitt“, erklärt der Archäologe. Während dessen sind an der Südseite der Kirche die Pflasterer im Einsatz, verlegen Betonpflastersteine. Bis zum Lichterfest im April wollen sie mit ihrer Arbeit hier fertig sein. „Aber es werden in diesem Bereich noch Baumgruben ausgehoben, um neue Bäume zu pflanzen. Und dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir im Zuge dieser Arbeiten auf weitere Grabstellen an der Südseite der Kirche stoßen, die zu untersuchen sein werden“, wirft der Archäologe schon mal einen Blick voraus.

 

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