Grabow : Restaurierte Orgel stellte sich vor

Pastor Matthias Wanckel (r.) hat Bürgermeister Stefan Sternberg das Dankeschön-Geschenk übergeben.
Pastor Matthias Wanckel (r.) hat Bürgermeister Stefan Sternberg das Dankeschön-Geschenk übergeben.

Konzert in der Grabower St.-Georg-Kirche einen Tag vor der Wiederweihe

svz.de von
29. November 2015, 17:04 Uhr

130 Jahre nach ihrem Bau ist die Orgel der Grabower St.-Georg-Kirche nun restauriert worden. Am Sonnabend stellte sie sich den Grabowern schon einmal vor, bevor am Ersten Advent ihre Wiederweihe erfolgte. Dabei waren auch Andreas Arnold aus Plau am See und seine Ehefrau. Der Inhaber der „Orgelbaufirma Wolfgang Nußbücker“ hatte mit seinen Mitarbeitern dem Instrument wieder zu neuem Klang verholfen. Am Tag zuvor war die Abnahme gewesen, und die Arbeit der Orgelbauer fand Zustimmung in den Augen und Ohren der Fachleute. Ein Dankeschön von der Kirchgemeinde überreichte Pastor Matthias Wanckel an Bürgermeister Stefan Sternberg. Eine der ausgebauten Orgelpfeifen sei ein Dankeschön für die Unterstützung der Stadt, so der Pastor. Der Bürgermeister indessen erneuerte seine Aussage, dass die Orgel ihm und auch der Stadtvertretung Herzenssache sei. Deshalb hatte die Kommune den Eigenanteil der Kirchgemeinde an den 90 000 Euro Gesamtkosten, mit einem namhaften Betrag unterstützt (SVZ berichtete).

Die Orgelbauer haben drei der 25 Register des Instruments ausgetauscht, die anderen sind noch original, wie sie 1885 durch Friedrich Friese III, dem mecklenburgischen Hoforgelbaumeister, eingebaut worden waren.

Zum Klingen brachte die Orgel am Sonnabend Stefan Reißig (Jahrgang 1984). Er ist seit dem 1. September 2014 Kantor und Organist an der Stadtkirche in Hagenow. Das Konzert stand unter dem Motto „Ewigkeit und Ankunft“ – mit einem kalendarischen Aspekt, denn der Sonnabend vor dem Ersten Advent ist der allerletzte Tag des Kirchenjahres.

Reißig hatte zunächst ein wenig die Hintergründe des Grabower Orgelbaus erklärt. Die Grabower waren seinerzeit eine wohlhabende Stadt. Sie hatten das Amtsgericht, die Ludwigsluster hatten ein Schloss – mehr nicht. Die Eldestädter wollten ihren Glanz auch dokumentieren – durch eine außergewöhnliche Orgel, die sie bei dem berühmten Friedrich Friese III, dem Spross einer Orgelbauer-Dynastie bestellten. Es sollte schließlich die sechstgrößte werden, die Friese gebaut hat, gleich groß wie die von Parchims St. Georgen-Kirche, ein größeres Gotteshaus als in Grabow. Die bauliche Enge muss Friese herausgefordert haben. Ein technisches Meisterwerk ist dabei herausgekommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen