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Flüchtlinge im Landkreis : Residenzpflicht würde alles ändern

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Landkreis kann in Sachen Flüchtlingszahlen für dieses Jahr bisher nicht planen

von
erstellt am 24.Feb.2016 | 17:29 Uhr

Beim Flüchtlingsthema steht der Landkreis in diesem Jahr vor großen Ungewissheiten. Das bekannte Landrat Rolf Christiansen am Dienstagabend bei einem Vortrag vor Mitgliedern des Unternehmerverbandes West-Mecklenburg im Wittenburger Dr.-Oetker-Werk.

„Wir gehen intern von einer Verdopplung der bisherigen Zahlen aus. Konkret ging es im vergangenen Jahr um 1900 Flüchtlinge, die bei uns im Kreis ankamen. Dazu kommen noch einmal 300 unbegleitete Minderjährige. Es könnte sein, dass wir  es noch einmal mit derartigen Zahlen zu tun bekommen, aber genau wissen wir es angesichts  der vielen politischen Ungewissheiten nicht“, betonte Christiansen. Neben der unbekannten Zahl von Flüchtlingen, die überhaupt nach Deutschland kommen werden, geht es für den Kreis vor allem um zwei Ungewissheiten.

Niemand wisse derzeit, wie viele Flüchtlinge im Landkreis bleiben, nachdem sie ihren vorläufigen Status erlangt hätten. Nach Beobachtungen des Landkreises ist es so, dass die übergroße Mehrheit dann den Landkreis verlässt.

Das untermauern auch die jüngsten Zahlen des Jobcenters. Danach sind bisher nur etwas mehr als 500 Asylbewerber als Leistungsempfänger beim Center registriert.

Gemessen an den Zugangszahlen und den Fällen hätten es jedoch viel mehr sein müssen. Hagen Liedtke, der Geschäftsführer des Jobcenters, schätzte, dass gut 80 Prozent der Asylbewerber den Landkreis wieder verlassen hätten. Das könnte sich schlagartig ändern, wenn über das Asylpaket II die sogenannte Residenzpflicht eingeführt würde. Laut Landrat Christiansen sei das nicht auszuschließen. Käme die Residenzpflicht, stünde der Landkreis bei der eigentlichen Integration vor ganz anderen Aufgaben als bisher. Christiansen berichtet den Unternehmern von einer losen Übereinkunft mit den anderen Landkreisen, dass man an einem Mindeststandard für Hilfeleistungen in den Kreisen arbeite.

Wie Integration gelingen könnte, zeigten die derzeit acht Klassen an drei Berufsschulen im Kreis. Dort würden derzeit 154  unbegleitete Minderjährige in berufsvorbereitenden Kursen unterrichtet. Diese Kurse der meist sehr lernwilligen Jugendlichen seien so begehrt, dass es dafür schon Wartelisten gebe, weil die Kapazitäten  schlicht nicht ausreichten.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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