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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 10:43 Uhr

Malliss : Rennen mit Geschichte(n)

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Von der „Kleinen Friedensfahrt“ zur professionellen Tour: Am 7. Juni startet das 7. Mallißer Radrennen

svz.de von
erstellt am 23.Mai.2015 | 07:00 Uhr

Darüber ärgert sich Christa Krause heute noch ein bisschen: Kurz vor dem Ziel in Malliß, beim letzten Anstieg, ist eine Schulkameradin auf dem Fahrrad an ihr vorbeigezogen und damit vor Christa als Erste durchs Ziel. Als Siegerin hätte Christa ein Federballspiel gewonnen. Als Zweite bekam sie nur einen Schläger. „Was sollte ich mit einem Schläger“, erzählt sie heute und lacht. „Also habe ich zuhause so lange gedrängelt, bis ich einen zweiten Schläger mit Ball geschenkt bekam.“

57 Jahre ist das jetzt her. „Kleine Friedensfahrt“ nannten die Mallißer das Radrennen damals. „Weil zur selben Zeit die große Friedensfahrt an Ludwigslust vorbeiführte, hat sich unsere Schule dieses Rennen ausgedacht“, erzählt Christa Krause. Für die Kinder im Dorf war das ein „Riesenerlebnis“. Für Christa auch. Bis heute hat sie ihre Urkunde aufgehoben. Die 70-Jährige wohnt heute in Alt Zachun, verfolgt das Mallißer Radrennen aus der Ferne in den Medien. Aus der kleinen Fünf-Kilometer-Runde 1958 ist inzwischen ein ganzer Renn-Tag geworden. Morgens gehen die Bambinis mit Bobbycar und Laufrad an den Start, 9.30 Uhr dann beginnt die Team-Staffel (drei Fahrer ein Rad), 10 Uhr startet die Tour „Fette Reifen“ für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren. Um 11 Uhr ist die Zehn-Kilometer-Freizeittour „Einmal um Malliß“ für alle Altersklassen angesetzt. Höhepunkt sind um 12 Uhr die 30- und 50-Kilometer-Rennen rund um Malliß. Dafür sperrt die Polizei seit mehreren Jahren schon die B 191 für den Fahrzeugverkehr. Professionell ist auch die Zeitmessung. Wurde früher jeder einzelne Fahrer per Hand mit Stoppuhr gemessen, übernimmt das heute ein Transponder am Fahrradlenker automatisch.

Ingo Gehrmann, der Rennleiter, würde am liebsten selbst mitfahren, muss aber als Organisator den Überblick behalten. „Die eigentlichen Helfer sind die Mallißer selbst“, sagt Gehrmann. Feuerwehr, Seniorenclub, Gemeindevertreter... Sogar die ortsansässige Bäckerei macht mit und sponsert die Brötchen für die Verpflegungsbeutel der Sportler. „Jeder hilft, wo er kann. Das hat sich über die Jahre so eingespielt“, sagt Carola Borchers, im Org.-Team verantwortlich für die Pressearbeit. Sie ist die Tochter von Christa Krause. Jeder aus ihrer Familie ist am 7. Juni bei Radrennen dabei: Ihr Mann Bernd filmt und fotografiert. Sohn Tom fährt selber mit. Und Oma Christa lässt sich abends am Telefon von dem Rennen berichten.

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