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Müllstreit Ludwigslust-Parchim : Remondis setzt Kreis unter Druck

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Entsorger sieht sich vom Landkreis ungerecht behandelt und besteht darauf, dass die Leistungen schnell vergeben werden

Der Streit um die Zukunft der Müllentsorgung im Landkreis ist abseits der politischen Ebene in die nächste Runde gegangen. Vor allem die „Remondis Mecklenburg GmbH“ sucht jetzt als eines der betroffenen Unternehmen die Öffentlichkeit und stellt auch Forderungen an den Landkreis.

„Wir fordern den Landkreis ganz klar auf, die vor Monaten ausgeschriebenen Leistungen schnell zu vergeben. Und wenn sich das geforderte Leistungsspektrum ändern soll, wie wir das aus der Zeitung erfahren haben, dann kann man nach der Vergabe auch darüber mit uns reden. Das gehört zum normalen Verfahren. Zudem haben wir das Gefühl, dass in der öffentlichen Diskussion hier Äpfel mit Birnen und teilweise Bananen verglichen werden.“ Lange bezog sich dabei auf die Unterschiede bei den Ausschreibungen, die es aus Sicht seines Unternehmens zwischen den bisherigen Leitungen und den neu ausgeschriebenen gab.

Das bestreitet Steffen Grünwaldt, der Chef des kreislichen Abfallwirtschaftsbetriebes energisch. „Wir haben die Leistungen, bis auf kleine Abweichungen, ausgeschrieben wie sie waren, besonders im Papierbereich. Und wir hatten auch Kostensteigerungen einkalkuliert, dass diese dann aber teilweise so hoch ausfielen, das hat uns mit zum Handeln gebracht.“

Im konkreten Fall geht es um die Papierentsorgung im Landkreis. Hier beklagt das Unternehmen, dass sich gerade die Lage auf diesem Markt in den letzten Jahren deutlich geändert hätte. Jetzt würde es zum ersten Mal um den Gesamtkreis gehen, da fehlten die Erfahrungen. Zudem seien die Sammelergebnisse in den Altkreisen höchst unterschiedlich. Der Kreis hält dagegen, sehr wohl in den Ausschreibungen darauf Rücksicht genommen zu haben. Beweis dafür sei, dass die Prognosen des Kreises eingetroffen seien.

Nächste Kritik der Firma: Mit der neuen Ausschreibung sollten sämtliche alten Papiercontainer in den Jglusystemen durch neue Rollcontainer ausgetauscht werden. Das sei nicht berücksichtigt worden.

Stimmt nicht, sagt der Kreis, der Kauf der Container werde ganz anders abgerechnet. Zentral ist der Streit um die Vermarktung des eingesammelten Papiers. Bisher bekommt der Kreis pro Tonne etwas mehr als 50 Euro, geht aber davon aus, das gut das Doppelte auf dem Markt möglich sei. Woher weiß der Kreis das? Er vermarktet das Papier des Altkreises Parchim und bekommt dort pro Tonne mehr als 100 Euro.

Bei Remondis sieht man sich dennoch im Recht und will nun versuchen, die Kreistagsmitglieder auf seine Seite zu ziehen. Die Entscheidung im Kreis soll Ende Mai fallen. Der Landkreis bereitet inzwischen die ersten Ausschreibungen vor, in den Ausschüssen beginnt die Diskussion Ende April.

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