Bürgermeisterwahl in Ludwigslust : Reinhard Mach gewinnt knapp

Der Augenblick der Bekanntgabe: Amtsinhaber Reinhard Mach hat 124 Stimmen mehr geholt als Heiko Böhringer. Schulze

Der Augenblick der Bekanntgabe: Amtsinhaber Reinhard Mach hat 124 Stimmen mehr geholt als Heiko Böhringer. Schulze

Amtsinhaber holt bei Bürgermeister-Stichwahl nur 124 Stimmen mehr als sein Gegenkandidat Heiko Böhringer (AfL)

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10. Juni 2018, 22:00 Uhr

Im Ludwigsluster Rathaus bleibt alles beim Alten – zumindest was den Mann an der Spitze der Stadtverwaltung angeht. Amtsinhaber Reinhard Mach hat am gestrigen Sonntag die Bürgermeister-Stichwahl gegen Heiko Böhringer (Alternative für Ludwigslust) gewonnen. Sein Vorsprung war mit 124 Stimmen allerdings denkbar knapp.

Gegen 18.30 Uhr waren die ersten Ergebnisse aus den Wahlbüros eingetroffen. Heiko Böhringer lag da gut 40 Stimmen vor Reinhard Mach. Mit jedem weiteren Ergebnis wechselte die Führung. Mal lag der Amtsinhaber mit drei Stimmen vorn, dann hatte der Herausforderer von der AfL vier Stimmen mehr. „Das ist ja ein Krimi“, meinte eine Beobachterin im Standesamt, wo die Ergebnisse auf einem großen Bildschirm eingeblendet wurden.

Das vorläufige Ergebnis verkündete schließlich Gemeindewahlleiter Jürgen Rades persönlich, als die Zahlen aus den beiden Briefwahllokalen vorlagen: „2345 Stimmen für Reinhard Mach, 2221 für Heiko Böhringer.“ Stille im Saal. Es dauerte einige Augenblicke, bis die Ersten anfangen  zu klatschen. Andere blieben mit versteinerter Miene regungslos sitzen. „Ich hätte mir eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht“, sagte Jürgen Rades. „Und ein eindeutigeres Ergebnis – egal für wen.“

Dass es knapp werden würde, hatte Bürgermeister Reinhard Mach nach eigener Aussage von Anfang an erwartet. „Es war wirklich spannend, doch die Briefwahl hat es wieder einmal entschieden. Ich freue mich über das Ergebnis“, sagte der Weselsdorfer, nachdem er dieses zumindest äußerlich gelassen vernommen hatte. Er dankte den Menschen, die ihn gewählt und unterstützt haben. „Ich hoffe, dass wir das, was an wichtigen Dingen in Ludwigslust zu realisieren ist, auch gemeinsam mit jenen umsetzen, die mich nicht gewählt haben.“ Sohn Michael, der extra für den Wahltag aus Greifswald angereist war, kommentierte das Ergebnis so: „Das ist ein großes Glück für die Stadt.“

Das sah Heiko Böhringer anders. „Ich hätte mir einen Neuanfang für Ludwigslust gewünscht, der ist nun nicht zustande gekommen“, sagte der AfL-Kommunalpolitiker. Aus seiner Enttäuschung machte er keinen Hehl. „Ich war angetreten, um zu gewinnen. Aber ich freue mich über die sehr guten Wahlergebnisse in einigen Stadtteilen.“ In acht Wahlbezirken hatte er die Nase vorn. Und nach der Bekanntgabe des im Moment noch vorläufigen Ergebnisses schüttelten ihm viele Ludwigsluster die Hand oder klopften ihm auf die Schulter. Anerkennung  für einen engagierten Wahlkampf und einen Stimmenanteil nur knapp unter dem des Amtsinhabers.

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