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Neu Kaliss : Reifetest für künftige Erstklässler

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Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Erlebnistag an Grundschule in Neu Kaliß am gestrigen Dienstag / 21 Mädchen und Jungen sollen hier 2014 eingeschult werden

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erstellt am 29.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Sie legen leckere Salami-, Schinken- und Käsescheiben auf die Baguettes, stellen Tabletts mit Kuchen dazu. Birte, Zoe und Charlotte gehören sozusagen zu den „Küchenfeen“ der Grundschule in Neu Kaliß (76 Kinder, 6 Lehrerinnen). Die Neunjährigen sorgten gestern für das leibliche Wohl der Gäste anlässlich des Erlebnistages für die zukünftigen Erstklässler.

Schulleiterin Corinna Dörge freute sich über das große Interesse: „21 Mädchen und Jungen werden in diesem Jahr bei uns eingeschult und die neue 1. Klasse bilden.“ Von jedem der künftigen Erstklässler kam gestern mindestens ein Elternteil oder auch die Omi in die Schule, natürlich mit Kind. Denn es ging nicht nur darum, Schule, Lehrerinnen und zukünftige Mitschüler kennen zu lernen, sondern vor allem um einen Reifetest. Erfahrene Lehrerinnen prüften Leistungsvermögen und Entwicklungsstand der 5- und 6-jährigen Kinder. Schulleiterin Dörge: „Der Test umfasst sieben Aufgaben, darunter Zeichnen von Formen, Arbeit mit Mengen oder auch sportliche Bewegung und Geschicklichkeit.“

Die jeweiligen Tests wurden in kleinen Gruppen, aber ohne Mutti und Vati, durchgeführt. Nach Bewältigung aller Aufgaben informierten Lehrerinnen die Eltern über das jeweilige Ergebnis. „Wir hoffen, dass möglichst alle Kinder in der künftigen 1. Klasse zusammen gefasst werden können“, erläutert Schulleiterin Corinna Dörge. „Andererseits gibt es auch die Möglichkeit, dass wir den Eltern empfehlen können, ihre Kinder für drei Jahre in eine Diagnose-Förder-Klasse nach Dömitz zu schicken. Nach den drei Jahren würden sie dann bei uns in die 3. Klasse kommen, also ein Jahr zurückgestuft werden. Weiterhin können wir einen sonderpädagogischen Förderbedarf für ein Kind empfehlen, das heißt, eine Lehrkraft würde sich zusätzlich in Einzelstunden um Schüler oder Schülerin kümmern. Und die letzte Möglichkeit wäre, ein Kind für ein Jahr von der Schule zurückzustellen. In jedem Fall aber wäre es nur eine Empfehlung unsererseits, denn die entsprechenden Anträge müssten die Eltern stellen.“

Dorli Hennings war gestern mit Enkelin Liese-Lotte (6) in die Grundschule gekommen. Die Kleine hatte in ihrer Gruppe schon Räume und Schulgelände erkundet, war gegen 11 Uhr gerade beim Basteln von Lesezeichen. Denn die Schule hatte für die künftigen Erstklässler, aber auch für die derzeitigen Schüler, verschiedene Stationen (z. B. musikalische Reise, Basteln, Hörbücher) eingerichtet. Thore, Leonie, Sari, Michelle und Chiara aus der 4. Klasse sollten dabei jeweils mehrere der Kleinen betreuen. Die 10-jährige Chiara aus der 4. Klasse betreute u. a. die kleine Liese-Lotte. „Wir haben schon Lieder angehört und draußen gespielt“, berichtete Chiara. „Es macht Spaß, sich um die kleineren Kinder zu kümmern.“ Fand auch Liese-Lotte: „Das ist schön hier. Ich freue mich auf die Schule“, meinte die 6-Jährige. Als dann eine Lehrerin Liese-Lotte zum Reifetest abholte, blickte sie erst ein klein wenig scheu auf die unbekannte Frau, dann auf Oma, und ging schließlich mit.

Die Betreuung der künftigen Erstklässler durch ältere Kinder hat auch einen pädagogischen Sinn, wie Schulleiterin Corinna Dörge erklärt: „Die Kleinen haben einen Ansprechpartner, verlieren ihre Ängste. Die Viertklässler wiederum werden in ihrer Vorbildfunktion und im Selbstbewusstsein gestärkt.“ Neben Lehrern und Schülern gab es gestern auch weitere fleißige Helfer. Wie die ehrenamtliche Schulbibliothekarin Anika Groß, die mit den Kindern Bücher las und Fische aus Papier bastelte. Und dann war da auch Roswitha Mohr. Sie leitet die AG „Kochen und Backen“ an der Schule. Unter ihrer Leitung hatten Birte, Zoe und Charlotte die Baguettes zubereitet und Kuchen gebacken. „Ich möchte besonders den beiden Frauen ein großes Dankeschön für ihr Engagement nicht nur an diesem Tag sagen“, meinte Schulleiterin Corinna Dörge.

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