Gädebehn : Rehen den Appetit verderben

In Schutzkleidung tragen die Forstwirte das chemische Mittel auf die Leittriebe der junge Lärchen auf. Es verhindert den Wildverbiss. Fotos: Heidrun Pätzold (2)
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In Schutzkleidung tragen die Forstwirte das chemische Mittel auf die Leittriebe der junge Lärchen auf. Es verhindert den Wildverbiss. Fotos: Heidrun Pätzold (2)

Forstwirte des Reviers Gädebehn bestreichen die Spitzen junger Lärchen mit Spezialmitteln, damit Wild nicht daran knabbert

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18. November 2014, 07:00 Uhr

Zugegeben: Es sieht schon etwas skurril aus, wenn die fünf Forstwirte des Reviers Gädebehn in ihrer weißen Schutzkleidung durch junge Baumreihen gehen und die Spitzen junger Lärchen mit einem Mittel bestreichen. „Wenn uns Spaziergänger so sehen, sind sie immer erstaunt – und wohl auch etwas verunsichert darüber, was wir machen“, erzählt Forstwirt Eckhardt Mackus. Aber sobald sie den Grund hören, könnten die Wanderer schmunzeln.

Die Erklärung ist einfach: Die Forstwirte – hier sind es Liane Scheel, Wilfried Scheel, Eckhardt Mackus, Andreas Rudzik und Ernst Balze – tragen das Schutzmittel „Morsuvin“ auf die Leittriebe der einjährigen Lärchen auf. „Es soll verhindern, dass sich Rehe an den Trieben zu schaffen machen und so die jungen Bäume im Wuchs gestört werden. Im schlimmsten Fall können diese absterben“, sagt Forstamtsleiter Ingo Nadler. Dieses Mittel ist nicht giftig, betont er. Aber extrem klebrig. Deshalb sei das Tragen eines Schutzanzugs nötig – und auch vorgeschrieben.

Die aufgeforsteten Flächen einzuzäunen, das wäre zu kostenaufwendig, erklärt der Forstamtsleiter. „Wir versuchen natürlich, auf solche chemischen Hilfsmittel zu verzichten. Aber ganz ohne geht es auch nicht.“ Das Mittel bietet einen geschmacks- und geruchsabweisenden Schutz. „Fressen Rehe an den Trieben, knirscht es zwischen ihren Zähnen und sie wenden sich ab“, so Nadler. In der Forst ist es ein wichtiges Hilfsmittel, um junge Bäume vor Wildverbiss zu schützen. Die Lärchen auf dem halben Hektar großen Waldstück bei Gädebehn sind ein Jahr alt. Im nächsten Jahr müssen sie nicht mehr behandelt werden. Dann haben sie eine Größe von 1 bis 1,20 Meter und sind außer Gefahr. An Bäume dieser Größe gehen die Rehe nicht mehr ran.

In den Revieren des Forstamtes Gädebehn wird „Morsuvin“ in diesem Jahr auf insgesamt 26 Hektar eingesetzt, unter anderen im Bereich Venzkow. Ausgebracht werden kann das Schutzmittel von Oktober bis Februar bei frostfreiem Wetter.





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