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Kummer: Auto im Fenster : „Redet Klartext miteinander“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bei Großübung in Kummer das Zusammenspiel zwischen Feuerwehren des Städtedreiecks, Rettungsdienst und THW trainiert

von
erstellt am 05.Mär.2017 | 14:30 Uhr

„Hilfe. Ich will hier raus“, brüllt ein Pkw-Insasse in die Dämmerung. „Mein Bein steckt fest.“ Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kummer sind gerade am Unglücksort eingetroffen, wo ein Ford Ka im Fenster eines Mehrfamilienhauses steckt. Zum Glück ist er nur Teil des Szenarios für die Großübung der Feuerwehren aus dem Städtedreieck Ludwigslust/ Grabow/Neustadt-Glewe, an der sich am Freitagabend auch die Rettungsdienstschule Schwerin und das Technische Hilfswerk (THW) Ludwigslust beteiligen. Doch die Einsatzkräfte arbeiten wie in einem Ernstfall. „Es ist wichtig, dass wir neben der Ausbildung in den einzelnen Feuerwehren auch mal das Zusammenspiel unter den Wehren, aber auch mit THW und Rettungsdienst üben“, erklärt Einsatzleiter Stefan Geier.

Von einer Steckleiter aus versuchen die Feuerwehrleute aus Kummer, in die Nähe der Verletzten zu kommen und die Lage weiter zu sondieren. „Wir sind da, wir helfen Ihnen“, versucht einer von ihnen zu beruhigen. Schnell wird klar, dass Verstärkung nötig ist. Wenige Meter entfernt steckt ein zweites Fahrzeug mit Verletzten in einer halb eingestürzten Garage. Und weil das Treppenhaus nach dem Crash nicht nutzbar ist, müssen mehrere Menschen evakuiert werden, darunter ein schwergewichtige bettlägrige Person. Einige Minuten später sind fast 130 Einsatzkräfte mit rund 25 Fahrzeugen vor Ort. „Es ist eine schwierige Situation, die Vielzahl der Einsatzkräfte auf so engem Raum aufzustellen“, erklärt Christian Porst, Leiter der Rettungsdienstschule, der die Übung konzipiert hatte. Für die Führungskräfte sei es eine Herausforderung in der Kommunikation. Und auch wenn das Szenario in seiner Gesamtheit etwas unrealistisch sei, können die einzelnen Situationen vorkommen, so Porst. Und da komme es auf das Wissen und die Fertigkeiten der Einsatzkräfte an.

Im Haus arbeiten angehende Notfallsanitäter und Feuerwehrleute gemeinsam auf engstem Raum. Das Fahrzeug sichern, die schreienden „Verletzten“ versorgen und mit Hilfe von Schere und Spreizer befreien. Und einen Freund der Verletzten aus dem Raum drängen, der immer wieder zur Unfallstelle zurückkehrt.

Nach gut zwei Stunden wird die Übung beendet und in jedem der fünf Einsatzabschnitte eine erste Auswertung durch die Beobachter vorgenommen. „Der Rettungsdienst sprach in seinem Fachjargon, den kein Feuerwehrmann versteht, wenn er nicht berufsbedingt selbst Retter ist“, macht Anke Schulz von der Rettungsdienstschule auf ein Problem aufmerksam. „Redet Klartext miteinander, was der Patient hat, wie schnell er raus muss.“

Es war nicht das Einzige, was an diesem Abend nicht ganz klappte. „Aber darum machen wir solche Übungen ja. Damit man erkennt, was anders oder besser gemacht werden kann“, betont Stefan Geier. Christian Porst ergänzt: „Insofern war die Übung ein Erfolg, weil wir sie gemacht haben.“ Und deshalb dankt er auch allen, die sich daran beteiligt und ihre Freizeit dafür geopfert haben.

 

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