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Haftbefehl beantragt : Rauschgift: Razzia nicht nur in Presek

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Aktion richtet sich gegen 25-jährigen Drogenhändler aus Schwerin / Rauschgifte im Kilobereich beschlagnahmt /Haftbefehl beantragt

von
erstellt am 02.Sep.2014 | 13:12 Uhr

Ungewöhnlicher Betrieb herrschte gestern Früh ab 7.30 Uhr im kleinen Örtchen Presek direkt an der A 24. Gleich mit mehreren Fahrzeugen rückten Rauschgiftspezialisten, Mitarbeiter von Zoll und Landeskriminalamt an, um ein Haus auf das Genaueste zu untersuchen. „Wir sind wegen einer Rauschgiftsache hier“, ließ sich der Einsatzleiter entlocken. Stefan Urbanek, der Sprecher der federführenden Schweriner Staatsanwaltschaft wurde konkreter: „Die Durchsuchung richtet sich gegen einen 25-jährigen Beschuldigten aus Schwerin wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Es gab Durchsuchungen in Schwerin und an zwei Stellen im Schweriner Umland. Und wir haben so viele Beweise gefunden, dass wir gegen den bereits Festgenommenen Haftbefehl beantragen werden.“ Es seien Rauschgifte im Kilobereich sichergestellt worden, vor allem Amphetamine. Dazu gehören zum Beispiel Pepp oder Speed. Darüber hinaus hätten die Beamten Bargeld in erheblicher Höhe beschlagnahmen können. Die Rede ist von einer Summe im unteren vierstelligen Bereich. Wo genau durchsucht wurde, gab die Staatsanwaltschaft gestern aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt.

Sicher ist, dass das verdächtige Haus in Presek dazu gehörte. Der kleine Ort liegt zwar an der Autobahn, ist aber dennoch ziemlich abgelegen. Was die Polizei in dem etwas heruntergekommenen Haus genau gefunden hat, war bis zum gestrigen Redaktionsschluss noch nicht klar. Entweder wurde das Haus mit Grundstück und Container auf dem Hof als Lager genutzt oder es diente zum Anbau von Drogen oder als Umschlagplatz. Nachbarn berichteten, dass das sonst leer stehende Haus im Rahmen einer Zwangsversteigerung vor wenigen Monaten von jungen Leuten gekauft worden sei. Die neuen Besitzer hätten sich aber nicht weiter vorgestellt. „Das waren alles ziemlich junge Leute“, schilderte ein Nachbar seine Beobachtungen. Das Haus selbst ist zur Straßenseite hin von dichten Pflanzen umgeben, die kaum Einblick gewähren.

Die Schweriner Staatsanwaltschaft ging gestern zunächst von einem Hauptverdächtigen aus, der seinen Lebensunterhalt komplett mit dem Handel illegaler Drogen verdient haben soll. Staatsanwalt Urbanek mochte aber gestern nicht ausschließen, dass es im Zuge des Verfahrens Ermittlungen gegen weitere Personen geben könnte. Schließlich müsse der Händler auch etliche Abnehmer gehabt haben. Weitere Ergebnisse der Durchsuchungen, die von etlichen Beamten abgesichert wurden, soll es noch in dieser Woche geben.

Fest steht schon jetzt, dass hinter der Aktion die „Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Mecklenburg-Vorpommern“ steht. Gemeinsam steht dabei für eine bereits seit 20 Jahren existierende Kooperation des Landeskriminalamtes und des Zollfahndungsamtes Hamburg. LKA-Sprecher Michael Schuldt bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung die Tendenz, dass sich Drogendelikte auch zunehmend in den ländlichen Bereich verlagern. „Die Täter glauben, dass das Entdeckungsrisiko auf dem Land geringer ist. Wie die Ermittlungserfolge auch in anderen Fällen zeigen, ein Irrtum. Wir lassen den ländlichen Raum nicht aus dem Auge.“

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